Debatte über Kanzler-Vorstoß
DAK legt Zahlen zu Krankmeldung vor
Aktualisiert am 21.01.2026 – 17:12 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Deutschen seien im weltweiten Vergleich zu oft krankgeschrieben, klagt der Kanzler. Jetzt streitet die Politik, wie sich das ändern lassen könnte. Die DAK nennt Fehltage.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat mit seinen Äußerungen zur hohen Zahl der Krankentage eine bundesweite Debatte angestoßen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in der vergangenen Woche kritisierte er die insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung. Für seinen Vorstoß erntete er breite Kritik.
Inzwischen hat die Krankenkasse DAK aktuelle Zahlen vorgelegt. Demnach waren DAK-Versicherte im vergangenen Jahr im Schnitt 19,5 Tage krankgeschrieben. „Der Krankenstand in Deutschland pendelt sich demnach auf einem hohen Niveau ein“, erklärte die Kasse am Dienstag. Im Jahr 2024 lag die durchschnittliche Zahl der Fehltage mit 19,7 nur geringfügig höher.
Der DAK-Vorstandsvorsitzende Andreas Storm begrüßte die von Merz angestoßene Debatte um den „im internationalen Vergleich hohen Krankenstand“. Er forderte einen Krankenstands-Gipfel im Kanzleramt. Ziel müsse es sein, „Arbeitgeber, Gewerkschaften, Ärzteschaft und Krankenkassen an einen Tisch“ zu bringen, um Ursachen und Lösungen zu diskutieren.
Der Kanzler hatte mit Blick auf steigende Fehltage eine Änderung der Krankschreibung angemahnt. „Arbeitnehmer seien im Durchschnitt 14,5 Tage krank. Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen nicht arbeiten, ist dies wirklich notwendig?“, fragte Merz, mit Blick auf die wirtschaftliche Lage in Deutschland.
Seiner Ansicht nach lade insbesondere die telefonische Krankschreibung zu Missbrauch ein. Merz fordert daher ihre Abschaffung und und möchte neue Anreize schaffen, damit Beschäftigte ihrer Arbeit wieder häufiger nachgehen. Er erhofft sich dadurch einen positiven Effekt für die Wirtschaft.
Die amtierende Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte nun eine Überprüfung der telefonischen Krankschreibung an. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung unterstützt dies. Sie sieht vorwiegend die Gefahr des Missbrauchs. „Am Telefon kann doch niemand zuverlässig beurteilen, ob jemand arbeitsunfähig ist oder nicht“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen.
