Baumann distanziert sich von „Aktivist Mann“
Maischberger nutzte die Gelegenheit auch, um den AfD-Mann nach dem Streamer Matthäus Westfal zu fragen, bei dem sich Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nach der Wahl in Sachsen-Anhalt bedankt hatte. Auf einem eingespielten Video war zu sehen, wie der Mann, der unter dem Namen „Aktivist Mann“ Content veröffentlicht, eine „Spiegel“-Journalistin bei einer AfD-Veranstaltung mit Fragen bedrängt. Ob er sich auch bei dem Streamer bedankt hätte, wollte Maischberger von Baumann wissen.
„Wir wollen mit Leuten, die so auftreten, nichts zu tun haben“, erklärte der AfD-Mann. Ministerpräsident Schulze entfuhr daraufhin ein lautes Lachen. „Da können Sie noch so lachen“, reagierte Baumann. Der Streamer sei „eine Randfigur“, erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer. „Damit haben Sie Wahlen gewonnen“, erinnerte Schulze. „Nicht mit diesen Leuten“, beharrte Baumann.
Mit Blick auf die CDU ging es bei „Maischberger“ ebenfalls um den Einfluss von Personalien auf das Wahlergebnis: Ob die Niederlage seiner Partei in Sachsen-Anhalt an Bundeskanzler Friedrich Merz liege, wollte die Moderatorin von Schulze wissen. Merz habe eine Rolle gespielt, es sei jedoch zu einfach, die Verluste allein auf den Parteichef runterzubrechen. Die CDU müsse in Gänze anders auftreten, so der Ministerpräsident. Selbst wenn man Merz austausche, ändere sich an der schwierigen Lage schließlich nichts, erinnerte er. „Wir haben viel größere Probleme in dieser Partei als manche das denken“, so der CDU-Mann.
Steinbrück erklärt größten Fehler der Regierung
Zustimmung bekam er vom ehemaligen Finanzminister Peer Steinbrück, der warnte: Personaldebatten lenkten ab und seien lediglich „eine Ersatzhaltung“. Sie erweckten den Eindruck, als sei mit einer neuen Führung alles in Ordnung, dabei gehe es um „sehr tiefgreifende Krisen“, wie den „militärischen Anpassungsdruck aus Russland“, die aggressive Wirtschaftspolitik Chinas oder das „erratische“ Verhalten der USA. Sein größter Vorwurf an die Politik sei, dass Dimension und Konsequenzen der Zeitenwende, in der sich Deutschland befinde, nicht ausreichend erklärt würden.
