Advocaat hat lange nach Spielern mit Verbindungen zu Curaçao gesucht, die noch kein Spiel für die niederländische Nationalmannschaft absolviert hatten. Fündig wurde er dabei unter anderem in deutschen Ligen. Der ehemalige Bochumer Jürgen Locadia ist im niederländischen Emmen geboren, Jordi Paulina von Borussia Dortmund II stammt aus Odijk. Der frühere Bundesliga-Coach hat seither eine Einheit geschaffen, in der er versucht, viele Wünsche zu erfüllen.
So wünschte sich die Mannschaft etwa einen offenen Bus ohne Glas in den Fenstern. Und so kam es. Im Hotel mischte sich die Elf beim Frühstück unter andere Gäste, und in der Kabine wummern laut die Bässe. „Nicht meine Musik, aber ich bin dabei“, sagte Advocaat und fügte hinzu: „Wenn sie beten, dann bete ich mit.“ Teambildung mithilfe von ganz oben.
Advocaat hat in seinem Trainerleben viel gesehen. Auch Russland. Der Trainer erinnerte sich, wie Wladimir Putin ihn 2009 fragte, warum er Zenit Sankt Petersburg verlassen wolle. Da ihn Heimweh plagte, machte Putin kurzerhand einen Privatjet für den damaligen Coach klar. Dennoch war Advocaat bald darauf weg. Immerhin: Ein Uefa-Cup und ein Super-Cup-Sieg 2008 bleiben aus der Zeit mit Zenit. Und heute? „Was soll man dazu noch sagen?!“, so Advocaat über Putin. Er sagte nach der WM-Auslosung am vergangenen Wochenende aber auch: „Dafür sitze ich jetzt in einem Saal mit Donald Trump.“
Sein Fokus liegt nun weniger auf der Politik und mehr auf dem Sport. Advocaat konzentriert sich vor allem auf Curaçaos WM-Debüt am 14. Juni gegen Deutschland. „Wir werden bei der WM nicht das offensiv stärkste Team sein, aber wir werden alles geben“, stellte der Trainer klar. Er sagt aber auch: „Wir werden, wie ich stets sage, die Lücken nutzen, die Momente suchen, in denen wir angreifen können. Die Elf ist ungemein motiviert.“










