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Home » CSD-Vorstand schildert Abbruch nach islamistischem Anschlag
Deutschland

CSD-Vorstand schildert Abbruch nach islamistischem Anschlag

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 29, 2026
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CSD-Vorstand schildert Abbruch nach islamistischem Anschlag

Anschlag in Berlin

So lief die Evakuierung des CSD nach dem Anschlag ab

29.07.2026 – 04:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Blumen liegen am Tiergarten, davor steht ein Passant: Der CSD wurde am Samstagabend kurz nach dem Anschlag abgebrochen. (Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa/dpa-bilder)

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Der Berliner CSD wurde nach dem Anschlag in der Nähe der Veranstaltung sofort beendet. Vorstand Marcel Voges schildert, wie die Krisenprotokolle griffen.

Marcel Voges, Vorstand des Berliner CSD, hat auf der Bühne den Abbruch der Veranstaltung verkündet, nachdem am Sonnabend in der Nähe des Christopher Street Day ein islamistischer Terroranschlag durch den Tatverdächtigen Abdul Ballout verübt worden war. Er habe die Gefahrensituation über die Koordinierungsstelle des Vereins erfahren, die als Verbindung zu Behörden und Feuerwehr fungiert, und die Versammlung daraufhin sofort beendet, berichtet Voges im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“. Er habe direkt in den Krisenmodus geschaltet und die zuvor vereinbarten Protokolle abgearbeitet, statt viel zu fühlen.

Das Team habe im Anschluss zügig reagiert: An allen Bühnen sei die Musik abgeschaltet worden, stattdessen liefen Sicherheitsdurchsagen, auf Bildschirmen wurde die Evakuierung angekündigt. Die Teilnehmenden seien ruhig gebeten worden, das Gelände geordnet zu verlassen – das habe gut funktioniert. Verantwortlich für die Sicherheit sei bei einer Versammlung wie dem CSD die Polizei, so Voges; der Verein selbst stelle zusätzlich eigene Ordnungs- und Sanitätsdienste, die eng mit den Behörden abgestimmt würden. Ein Restrisiko sei dem Verein immer bewusst gewesen, hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht. Der mutmaßliche islamistische Anschlag habe nicht direkt auf der Versammlung, sondern in deren Nähe stattgefunden, betont Voges.

Queere Community steht nach CSD-Anschlag in Berlin unter Schock

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Die queere Community stehe derzeit unter Schock und Trauer, gleichzeitig nehme er wahr, dass viele sich die Sichtbarkeit nicht nehmen lassen und weiter auf die Straße gehen wollten, sagt Voges. Der Verein werde seine Arbeit fortsetzen. Wie sich der Anschlag auf künftige CSDs auswirken werde, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen.

Zur Debatte innerhalb der Community über den Umgang mit muslimischer Queerfeindlichkeit sagt Voges, er nehme eine Spaltung wahr. Jede Form von Extremismus – ob religiöser Fundamentalismus oder Rechtsextremismus – müsse benannt und verurteilt werden, da beide im Kern Queerfeindlichkeit und die Ablehnung der liberalen Demokratie einten. Zugleich dürfe daraus nicht folgen, dass Menschen mit Migrationsgeschichte pauschal unter Generalverdacht gestellt würden, so Voges. Der CSD solle weiterhin ein Ort für alle Nationen bleiben, ohne die Gefahr durch ideologische Kräfte zu verharmlosen.

Am Samstagabend war der mutmaßliche Täter, Abdul Boullet, während des Berliner CSD mit einem Van in eine Menschenmenge am Ahornsteig gefahren. Dabei wurden 29 Personen verletzt, eine Frau aus Polen überlebte die Attacke nicht.

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