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Home » CSD-Attentäter nahm an Deradikalisierungsprogramm teil
Deutschland

CSD-Attentäter nahm an Deradikalisierungsprogramm teil

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 29, 2026
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CSD-Attentäter nahm an Deradikalisierungsprogramm teil

Abdul Ballout

CSD-Attentäter täuschte Distanz zum IS offenbar nur vor

Aktualisiert am 29.07.2026 – 05:03 UhrLesedauer: 2 Min.

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Abdul Ballout: Der mutmaßliche CSD-Attentäter wurde in einer Berliner Kleingartenanlage von der Polizei getötet. (Quelle: Polizei Berlin)

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Wenige Wochen vor dem Anschlag hat Abdul Ballout an einem Beratungsgespräch. Warum das Gespräch bei ihm keine Wirkung zeigte, erklärt ein Experte.

Der mutmaßliche CSD-Attentäter Abdul Ballout hat wenige Wochen vor dem Anschlag zwei Beratungsgespräche im Rahmen eines Deradikalisierungsprogramms wahrgenommen. Das hat Thomas Mücke, Leiter des Violence Prevention Network, gegenüber dem „Tagesspiegel“ bestätigt, dessen Mitarbeiter den mutmaßlichen Attentäter betreut hatten.

Ballout hatte sich bereits im Gerichtsprozess vom IS distanziert; diese Distanzierung habe er auch in den Beratungsgesprächen wiederholt, so Mücke. Die Aussagen seien den Beratern aber bereits nach den ersten beiden Sitzungen als reine Zweckantworten aufgefallen. Auch Ballouts Vater hat sich inzwischen zu seinem Sohn Abdul geäußert.

Konkrete Hinweise auf einen geplanten Anschlag hat es demnach nicht gegeben. Weder eine Bedrohungssituation noch psychische Auffälligkeiten oder erkennbare Aggressivität seien den Beratern aufgefallen, sagt Mücke. Sein Team arbeitet seit 2014 eng mit dem Landeskriminalamt zusammen und meldet Bedrohungssignale sofort an die Behörden – im Fall Ballout habe es dafür jedoch keinen Anlass gegeben. Am vergangenen Montag hätte ein weiteres Gespräch mit ihm stattfinden sollen.

Ressourcen statt Kontrolle

Auch mehr Sitzungen hätten nach Einschätzung Mückes nichts mehr geändert, da die Entscheidung für den Anschlag zu diesem Zeitpunkt bereits gefallen gewesen sei. Problematisch sei gewesen, dass Ballout ein Programm erst am Ende eines langjährigen Radikalisierungsprozesses angeboten worden sei. Im Gefängnis erreiche sein Netzwerk Betroffene dagegen fast zu 100 Prozent, so Mücke.

Anschlag auf CSD: Abdul B. fährt mit Auto in Menschenmenge

Sein Netzwerk stoße angesichts von laut Verfassungsschutz bundesweit 9110 Personen im gewaltorientierten islamistischen Spektrum an Ressourcengrenzen, so Mücke, auch weil in angrenzenden Bereichen wie Jugendhilfe und Schulsozialarbeit gespart werde. Rund 90 Prozent der jungen Tatverdächtigen radikalisierten sich mittlerweile ausschließlich online, weshalb er sich für eine Altersbeschränkung sozialer Plattformen ausspricht. Ein hohes Gewaltpotenzial könne bei Ballout schon länger erkennbar gewesen sein, unabhängig von dessen ideologischer Überzeugung, schließt Mücke nicht aus.

Bei dem Anschlag auf den Berliner CSD am vergangenen Samstag war Abdul Ballout mit einem Auto in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurde eine Frau getötet und 29 Personen verletzt.

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