Sie wolle als Beispiel vorangehen, denn es sei „wichtig, dass man als Frau – und ich hoffe, ich kann da auch anderen Mut machen – diese Mauer des Schweigens bricht“, betont die Schauspielerin. „Auch wenn man das Gefühl hat, dass man einen David-gegen-Goliath-Kampf kämpft. Dass man trotzdem irgendwie den Mut fasst, darüber zu sprechen und sich nicht mundtot machen lässt.“
Das sei auch bei dem juristischen Vorgehen wichtig. „Ich habe das Gefühl, dass wir hier etwas im System haben, das nicht funktioniert. Und darauf möchte ich gerne hinweisen. Da muss sich ganz dringend etwas ändern“, stellt Collien Fernandes klar. Sie habe selbst Erfahrungen damit gemacht, „dass wenn man das Thema zur Anzeige bringt, diese Anzeige nicht weiter verfolgt wird, das ganze Thema relativ schnell fallen gelassen wird. Also ich habe selbst Erfahrungen mit dem Justizversagen gemacht.“
Sie habe sich deshalb auch bewusst dafür entschieden, in Spanien zu klagen, wo sie und auch Christian Ulmen leben. Weil dort „die Rechte von Frauen deutlich besser sind als in Deutschland. Das betrifft nicht nur die digitale Gewalt, sondern auch die häusliche Gewalt.“ Dass sich die aktuelle Debatte mit dem Täter ausschließlich darum drehe, ob Deutschland oder Spanien zuständig ist, „das zeigt ja, dass Deutschland ein absolutes Täterparadies ist. Wenn der Täter ein sehr umfangreiches Schreiben vorlegt, in dem es nur darum geht, dass Deutschland zuständig sein soll, zeigt das ein großes Versagen, eine große Schutzlücke in der Justiz“, kritisiert die 44-Jährige.
t-online hat Christian Ulmen sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe um eine Stellungnahme gebeten. Diese blieb unbeantwortet. Der Schauspieler selbst schweigt bisher zu den Vorwürfen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Sein Rechtsbeistand, der Promi-Anwalt Christian Schertz, nennt die Veröffentlichungen in einer presserechtlichen Information „unwahre Tatsachen aufgrund einseitiger Schilderung“. Weitere Details zu den Vorwürfen lesen Sie hier.
Derweil bestätigte das Bezirksgericht in Palma die Ermittlungen auf Anfrage von t-online. „Das Verfahren ist noch im Gange“, sagte Gerichtssprecherin Agnès Antich Andreu, die Ermittlungen befänden sich „in einer sehr frühen Phase“.











