Kurz vor Turnierstart

„Unverfrorenheit“: Streich kritisiert Infantino und Trump

11.06.2026 – 08:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Christian Streich: Bis Juni 2024 trainierte er den SC Freiburg. (Quelle: IMAGO/Ulrich Wagner)

Christian Streich ist durch seine erfolgreiche Arbeit beim SC Freiburg zu einer Bundesliga-Legende geworden. Auf die Fifa und insbesondere auf Präsident Gianni Infantino blickt er kritisch.

Christian Streich wird beim heutigen WM-Eröffnungsspiel als TV-Experte im ZDF zu sehen sein. Vor dem Turnier hat der langjährige Freiburg-Trainer FIFA-Präsident Gianni Infantino deutlich kritisiert.

Im Interview mit dem „Kicker“ nahm Streich insbesondere Infantinos Umgang mit US-Präsident Donald Trump ins Visier. „Eine solche Inszenierung von wenigen Menschen an der Macht, die sich dann teilweise noch die Behauptung erlauben, sie würden demokratische Werte schützen, ist natürlich eine Unverfrorenheit, die einen sprachlos macht“, sagte Streich.

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Es bereite ihm „echt Bedenken“, dass Vorgänge, die früher hinter den Kulissen abgelaufen seien, inzwischen „vollkommen öffentlich dargestellt“ würden. Als Beispiel nannte er die Verleihung eines von der FIFA geschaffenen Friedenspreises an Trump im Dezember vergangenen Jahres. „Andererseits wundert einen inzwischen ja fast nichts mehr.“

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Die von vielen kritisierte Aufstockung der WM auf 48 Teilnehmer bewertet Streich differenziert. Für ihn spricht vor allem ein Aspekt dafür: Auch kleinere Verbände wie Curaçao oder Kap Verde könnten sich sportlich qualifizieren und profitieren.

„Das wäre Herrschaftsdenken der Mächtigen“

Durch die FIFA-Honorare komme „relativ viel Geld in diese kleinen Verbände“, sagte Streich. „Wir können als große Fußballnation, die sich bisher immer für die WM qualifiziert hat, nicht den Anspruch ableiten, nur mit 16 oder 24 spielen zu wollen. Das wäre Herrschaftsdenken der Mächtigen.“

Gianni Infantino: Er ist mitverantwortlich für die hohen Ticketpreise. (Quelle: IMAGO)

Deutlich kritischer äußerte sich der 61-Jährige zu den Eintrittspreisen. „Was da aktuell bei der WM mit den Tickets passiert, ist pervers: Profitmaximierung um jeden Preis und eben auf Kosten vieler Menschen“, sagte Streich. „Das ist so dermaßen elitär, und ich denke nicht, dass die Leute, die das bezahlen können, sagen: super, dass die anderen nicht reinkommen. Wo kommen denn noch verschiedene Gesellschaftsschichten zusammen? Beim Sport oder allenfalls noch in Einrichtungen wie einem Schwimmbad.“

Trotz seiner Kritik will sich Streich die Begeisterung für den Fußball nicht nehmen lassen. „Ich habe irgendwann gedacht: Wem gehört eigentlich das Spiel? Allen! Und ich bin einer davon. Soll ich mir das jetzt alles, diese Freude an diesem tollen Spiel, das weiterhin so die Menschen auf der Welt verbindet, vermiesen lassen wegen einiger weniger?“

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