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Home » Christa Pike ist kein Einzelfall
Panorama

Christa Pike ist kein Einzelfall

MitarbeiterBy MitarbeiterOktober 2, 2026
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Hinrichtung von Christa Pike

Todesstrafe – Hinter den Kulissen tobt der Kampf ums Gift


Aktualisiert am 02.10.2026 – 07:09 UhrLesedauer: 4 Min.

Vergrößern des Bildes

Die zum Tode verurteilte Christa Pike: Sie wurde nach der gescheiterten Hinrichtung mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. (Quelle: J. Miles Cary)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Die Hinrichtung von Christa Pike mit der Giftspritze ist trotz zwei Versuchen in den USA gescheitert. Es ist längst kein Einzelfall.

David Schafbuch berichtet aus New York

Zwei Versuche hatten bei Christa Pike nicht ausgereicht. „Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich aufplatzen. Eine Stelle pocht wirklich stark“, soll die verurteilte Mörderin am Mittwochabend laut eines Augenzeugen gesagt haben. Pike ist zum Tode verurteilt und sollte in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee durch die Giftspritze sterben. Doch nachdem die Strafe auch nach fast eineinhalb Stunden nicht vollstreckt werden konnte, wurde Pike wieder aus dem Saal gebracht.

Nach der gescheiterten Hinrichtung wird die 50-Jährige in einem Krankenhaus behandelt – und das Entsetzen ist in den USA groß. Robin Maher, geschäftsführende Direktorin der gemeinnützigen Organisation Death Penalty Information Center (DPI), sprach von dem „schlimmsten Ereignis“, das die Organisation je verfolgt habe. Für das, was in Tennessee geschehen sei, gebe es bislang „keinen Präzedenzfall“.

  • Christa Pike: „Das Schlimmste, das wir je gesehen haben“
  • Folter und Teufelssymbole: Diesen Mord gestand Christa Pike

Die Giftspritze ist heute die gängigste Variante, mit der die Todesstrafe in den USA vollstreckt wird. Eingeführt wurde sie einst, weil sie als „humane“ Variante galt, um Straftäter zu töten. Doch nicht nur der Fall Christa Pike zeigt, dass sie vor allem die Variante ist, die am häufigsten in der Umsetzung scheitert – und die Verurteilten noch zusätzlich quält.

Generell ist die Todesstrafe in den USA zum größten Teil Sache der einzelnen Bundesstaaten. Aktuell wird sie in 27 Staaten vollstreckt. In allen ist die Giftspritze die am häufigsten genutzte Methode. Andere Varianten wie der elektrische Stuhl, die Gaskammer oder der Tod durch eine Schusswaffe kommen in einzelnen Bundesstaaten allerdings bis heute zur Anwendung.

Die Giftspritze wird in den USA seit 1982 eingesetzt. Der damalige Präsident Ronald Reagan hatte sich bereits in den Siebzigern für die Methode ausgesprochen. Reagan hatte dabei den Vergleich zum Einschläfern bei Tieren gezogen und die Frage aufgeworfen, ob die Giftspritze nicht eine „humanere“ Variante sei, die Todesstrafe zu vollstrecken.

Mediziner verweigern Einsatz

Tatsächlich zeigt sich in der Praxis, dass die Giftspritze die fehlerhafteste Variante bei der Anwendung der Todesstrafe ist. Der US-Politikwissenschaftler Austin Sarat hatte 2014 Hinrichtungen in den USA zwischen 1890 und 2010 untersucht. Dabei wies die Giftspritze im Vergleich zu anderen Methoden mit mehr als sieben Prozent die höchste Fehlerquote auf. In Tennessee, wo Pike hingerichtet werden soll, verlief von vier Hinrichtungen in diesem Jahr lediglich eine ohne einen vergleichbaren Zwischenfall.

Für das Scheitern gibt es mehrere Gründe: Die Gefängnisanstalten haben unter anderem häufig Probleme, medizinisches Personal für die Hinrichtungen zu finden. Denn ausgebildete Ärzte oder Krankenpfleger verweigern häufig die Durchführung der Todesstrafe. Das hat zur Folge, dass viele Todesstrafen von Menschen vollstreckt werden, die wenig oder gar keine medizinische Erfahrung haben.

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