Neue Empfehlungen aus den USA

„Deutlich geringeres Risiko“: So sehr schützt die neue Cholesterin-Therapie


10.04.2026 – 13:05 UhrLesedauer: 3 Min.

Cholesterin verstopft die Gefäße: Eine Senkung des Zielwerts kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren.

Cholesterin verstopft die Gefäße: Eine Senkung des Zielwerts kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren. (Quelle: Rasi Bhadramani/getty-images-bilder)

Ein zu hoher Cholesterinwert gilt als großer Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Neue Studiendaten zeigen jetzt: Wer den Wert noch stärker senkt, kann sein Risiko deutlich verringern.

Studienergebnisse, die diese Empfehlung untermauern, waren bisher jedoch nur begrenzt verfügbar. Wissenschaftler aus Südkorea haben nun erstmals die neuen und alten Zielwerte direkt miteinander verglichen. Sie zeigten, dass eine stärkere Senkung des LDL-Cholesterins tatsächlich einen großen Vorteil für die Herzgesundheit liefert und vielen Menschen das Leben retten kann. Die Ergebnisse der Studie wurden im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Forscher um Yong-Joon Lee vom Yonsei University College of Medicine in Seoul untersuchten 3.048 Patienten mit bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Angina pectoris, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder einem Schlaganfall. Sie teilten die Teilnehmer zufällig in zwei Gruppen ein: Eine Gruppe sollte einen LDL-Wert unter 55 mg/dl erreichen, die andere unter 70 mg/dl. Ärzte beobachteten die Patienten über drei Jahre und passten die Therapie bei Bedarf mittels Statinen (hemmen Cholesterinproduktion), Ezetimib (hemmt Cholesterinresorption) oder PCSK9-Hemmern (verstärken Cholesterinabbau) an.

Das Ergebnis fällt deutlich aus: In der Gruppe mit dem strengeren Zielwert traten schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse um 33 Prozent seltener auf. Dazu zählen Herzinfarkt, Schlaganfall, Krankenhausaufenthalte wegen instabiler Angina pectoris sowie Eingriffe wie Bypass-Operationen. Insgesamt erlebten 6,6 Prozent der Patienten in der intensiven Gruppe ein solches Ereignis. In der Vergleichsgruppe lag der Anteil bei 9,7 Prozent.

Besonders auffällig war der Unterschied bei Herzinfarkten und Eingriffen an den Herzgefäßen. Der Vorteil für die Herzgesundheit führte zudem dazu, dass weniger Menschen an den kardiovaskulären Ereignissen starben.

Byeong-Keuk Kim, Hauptstudienautor und Professor in der Abteilung für Kardiologie am Severance Hospital, erklärte in einer Pressemitteilung, dass die neuen Zielwerte eine sichere Möglichkeit seien, das Dreijahresrisiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. Zudem verwies er darauf, dass die Therapie höchstwahrscheinlich für das gesamte Spektrum der arteriosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Nutzen ist, wobei Patienten mit besonders hohem Risiko am stärksten profitieren.

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