30 statt 270 Arbeitsplätze
Nach Insolvenz: China-Investor rettet früheren Weltmarktführer
18.04.2026 – 07:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Einst war Mayer & Cie Weltmarktführer in der Herstellung von Rundstrickmaschinen – dann folgte die Insolvenz. Nun geht es für die Firma aus Albstadt anders weiter.
Für den traditionsreichen Maschinenbauer Mayer & Cie. aus Albstadt gibt es nach der Insolvenz im September 2025 eine neue Perspektive. Wie die Kanzlei Grub Brugger am 17. April mitteilte, wurde der Verkauf der Vermögenswerte offiziell abgeschlossen. Damit kann die neu gegründete Mayer & Cie. Global den Betrieb am Standort Albstadt-Tailfingen aufnehmen.
Demnach übernimmt der chinesische Investor Xu Hongjie die Vermögenswerte der insolventen Mayer & Cie. GmbH & Co. KG. Es handelt sich nicht um eine Fortführung der alten Gesellschaft, sondern um einen Neustart mit einem neuen Unternehmen.
Nach Angaben von Grub Brugger wurden dafür 30 Mitarbeiter neu eingestellt. Regionale Medien hatten zuvor von rund 45 Beschäftigten berichtet. Fest steht: Der Neustart erfolgt in deutlich kleinerem Umfang. Zum Zeitpunkt der Insolvenz hatte Mayer & Cie. nach Unternehmensangaben noch rund 270 Mitarbeiter.
Voraussetzung für den Abschluss war nach Angaben der Beteiligten die behördliche Freigabe aus China sowie des Bundeswirtschaftsministeriums in Deutschland. Nun soll die neue Gesellschaft ihren Sitz weiter in Albstadt haben. Zugleich will der Investor Synergien mit seinem Unternehmen Huixing in China nutzen. Die Firma mit Sitz in Shishi City bei Quanzhou produziert und vertreibt ebenfalls Strickmaschinen. Unterstützung soll es demnach unter anderem bei Beschaffung, Marktzugang in Asien und Softwareentwicklung geben.
Mayer & Cie. galt früher als Weltmarktführer bei Rundstrickmaschinen. Nach der Insolvenzanmeldung drohte zwischenzeitlich die vollständige Betriebseinstellung. Die Beschäftigten wurden bereits gekündigt.
Der Sanierungsexperte Martin Mucha, der das Unternehmen seit der Insolvenz begleitet hatte, sprach von einer „belastbaren Perspektive“ für den Standort Albstadt. Mit dem Neustart bleibt die Marke Mayer & Cie. erhalten. Zugleich zeigt der Fall, wie stark industrielle Standorte in Deutschland inzwischen auch von internationalen Investoren und behördlichen Prüfverfahren abhängen.











