Deutschland wird den Gebieten mit mittlerem Risiko zugerechnet.

Asiatische Tigermücken sind die Hauptüberträger des Chikungunya-Virus in Europa. Seit ihrer Einschleppung in Südeuropa im Jahr 2007 hat sich die Art nach Mitteleuropa ausgebreitet. In Deutschland kommen die Tigermücken vor allem entlang des Rheins im Südwesten Deutschlands und in Berlin, aber zunehmend auch in anderen Regionen vor.

Experten erwarten, dass sich die Mücken im Zuge der Klimakrise weiter in nördlichen Regionen Europas ausbreiten und künftig auf dem Großteil des Kontinents vorkommen werden. Der erste – durch die eingeschleppten Mücken erst möglich gewordene – lokal übertragene Chikungunya-Ausbruch in Europa ereignete sich 2007 in Italien.

Ursprünglich stammt Chikungunya aus Ostafrika. Der Name stammt aus einer Lokalsprache Tansanias und bedeutet so viel wie „gekrümmt gehend“. Er bezieht sich auf die schmerzgekrümmte Körperhaltung Betroffener. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden inzwischen in mehr als 110 Ländern Asiens, Afrikas, Amerikas und Europas Fälle erfasst. Derzeit gebe es zwei verfügbare Impfstoffe, die aber noch nicht weit verbreitet seien.

Dem Team um Tegar zufolge nimmt die Zahl durch Aedes-Mücken übertragener sogenannter Arbovirus-Infektionen in Europa jährlich um durchschnittlich 25 Prozent zu. In südeuropäischen Ländern komme es seit Jahren zu wiederkehrenden Chikungunya- und Dengue-Ausbrüchen. Ein Arbovirus ist ein Virus, das von blutsaugenden Gliederfüßern wie Mücken oder Zecken übertragen wird.

Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) geht davon aus, dass die Ansteckung mit Erregern wie West-Nil- oder Chikungunya-Virus in Europa zur neuen Realität wird. Im vergangenen Jahr wurden bis August 27 Chikungunya-Ausbrüche in Europa gemeldet, wie die Behörde mitgeteilt hatte. Als Gründe für die zunehmende Verbreitung der Krankheiten in Europa nennt das ECDC klimatische Bedingungen, die die Stechmücken gedeihen lassen: steigende Temperaturen, längere Sommerperioden, mildere Winter und Veränderungen in den Niederschlagsmustern.

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