Deutliche Worte

Scheidende KVB-Chefin kritisiert Stadtspitze


23.02.2026 – 13:33 UhrLesedauer: 2 Min.

KVB-Chefin Stefanie Haaks in einem Interview (Symbolfoto): Sie verlässt in diesem Jahr das Unternehmen. (Quelle: Benjamin Horn/Imago)

Rückhalt vermisst, Gestaltungsspielraum verloren: Die scheidende KVB-Chefin Stefanie Haaks wird in einem Interview deutlich – auch gegenüber der Stadt.

Die scheidende KVB-Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks hat in einem Interview Kritik an der Kölner Stadtverwaltung und Politik geübt – und ließ damit auch durchblicken, dass ihre vorzeitige Vertragsauflösung nicht ausschließlich private Gründe hat.

„In diesem Punkt tickt diese Stadt leider nicht in dem Tempo, wie es aus meiner Sicht unterstützenswert wäre“, sagt sie mit Blick auf die Mobilitätswende in der Domstadt.

Als konkretes Beispiel nannte Haaks den schleppenden Ausbau der Ost-West-Achse. Jahrelange Verzögerungen bei der Entscheidungsfindung hätten dazu geführt, dass sich auch der eigentliche Ausbau immer weiter nach hinten verschiebe – mit Folgen für die Verkehrswende: „Je weiter solche Maßnahmen nach hinten verschoben werden, desto mehr verfestigen sich Mobilitätsgewohnheiten“, warnt Haaks.

Gleichwohl betont Haaks auch positive Aspekte der Zusammenarbeit. Als „großartig und nicht selbstverständlich“ bezeichnet sie die städtische Finanzierung neuer Stadtbahnfahrzeuge im Wert von mehr als einer Milliarde Euro – trotz angespannter Haushaltslage.

Neben den politischen Reibungspunkten nennt Haaks das Deutschlandticket als weiteren Faktor, der ihre Entscheidung beeinflusst habe. Das Ticket schränke die unternehmerischen Freiheiten der Verkehrsbetriebe ein und reduziere ihre Rolle zunehmend auf reine Kostenverwaltung: „Das verkleinert den Gestaltungsspielraum.“

Haaks hatte ihren bis 2029 laufenden Vertrag überraschend vorzeitig aufgelöst und bei der Bekanntgabe ausschließlich persönliche Gründe angeführt. Ihr Nachfolger wird Marcel Winter, derzeit Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbunds, der den Vorstandsvorsitz zum 1. April 2026 übernimmt.

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