Außenseiter in der Champions League
Die Sensation ist zum Greifen nah
24.02.2026 – 18:16 UhrLesedauer: 4 Min.

Der FK Bodø/Glimt ist die Überraschung der Champions-League-Saison. Jetzt steht der Klub vom Polarkreis vor der nächsten Sensation. Mittendrin: ein ehemaliger Frankfurter.
Wirklich viel gibt es in der norwegischen Stadt Bodø eigentlich nicht zu sehen. Ein paar Museen, ein Rathaus und die 2014 eröffnete Bibliothek gehören zu den größten Sehenswürdigkeiten der rund 43.000-Seelen-Gemeinde. In den Schlagzeilen steht Bodø derzeit aber ohnehin nicht aufgrund der hohen Anziehungskraft für Touristen. Vielmehr erregt der ortsansässige Fußballverein FK Bodø/Glimt in diesen Tagen über die Landesgrenzen hinweg große Aufmerksamkeit.
Das Team von Trainer Kjetil Knutsen steht in der Champions League nämlich vor dem größten Coup der Vereinsgeschichte. Im Hinspiel der Zwischenrunde hat Bodø den dreifachen Titelträger Inter Mailand im heimischen Aspmyra-Stadion mit 3:1 niedergerungen. Im Rückspiel am Dienstag (ab 21 Uhr im Liveticker bei t-online) würde Bodø nun ein Remis oder sogar eine knappe Niederlage reichen, um die Sensation endgültig perfekt zu machen: den Einzug ins Achtelfinale.
Welche historische Chance sich ihnen jetzt bietet, konnten sie in Bodø unmittelbar nach der ersten Partie gegen Inter noch gar nicht richtig fassen. „Das ist unwirklich, um ehrlich zu sein“, sagte Linksaußen Jens Petter Hauge bei Prime Video. „Wir haben hier zuvor schon einige fantastische Spiele gespielt. Heute war es aber was anderes, es war in der K.-o.-Phase. Es gab für uns alles zu gewinnen und wir haben ein gutes Spiel gemacht.“
Eine Sensation wäre das Erreichen der Runde der letzten 16 Teams gleich aus mehreren Gründen. Im Vorfeld der Duelle mit Inter galt Bodø trotz des letztjährigen Erreichens des Halbfinals der Europa League nämlich als krasser Außenseiter. So beläuft sich der Kaderwert des in der diesjährigen Champions-League-Saison am nördlichsten lokalisierten Klubs auf knapp 57 Millionen Euro, der der Südeuropäer jedoch auf über 666 Millionen Euro. Zwischen den beiden Vereinen liegen also nicht nur geografisch, sondern auch finanziell Welten.
Bodø war in der aktuell laufenden Spielzeit zudem das erste Mal überhaupt in der Gruppenphase der Champions League vertreten. Inter wiederum stand im vergangenen Jahr noch im Finale der Königsklasse. Ein Achtelfinaleinzug von Bodø käme auch deshalb einem kleinen Wunder gleich.
In der ersten Königsklassen-Vorrunde der Klubgeschichte bekamen es die Norweger übrigens mit einigen prominenten Gegnern zu tun. Doch davon ließ man sich am Vestfjord nicht beeindrucken. Am zweiten Spieltag rang Bodø zu Hause dem Europa-League-Sieger Tottenham Hotspur ein 2:2-Remis ab. Dasselbe Ergebnis erzielte die Knutsen-Elf trotz zweifachen Rückstands auch am sechsten Spieltag auswärts bei Borussia Dortmund.