„Nicht, dass mir jemand in den Rücken schießt“

Burger-Boss zahlt Millionenbonus – aus Angst vor Mitarbeiter-Wut


28.03.2026 – 10:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Five-Guys-Mitarbeiter präsentieren einen Burger (Archivbild): Eine Rabattaktion der Fast-Food-Kette in den USA ging nach hinten los. (Quelle: XXX Leif-Henrik Piechowski via www.imago-images.de)

Nach einer missglückten Rabattaktion zahlt Five-Guys-Chef Jerry Murrell 1,5 Millionen Dollar an Beschäftigte. Seine Begründung erregt dabei Aufmerksamkeit.

Der Chef der Burgerkette Five Guys hat nach einer schiefgelaufenen Werbeaktion Bonuszahlungen in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen US-Dollar an Mitarbeiter in den USA ausgezahlt. Wie Geschäftsführer Jerry Murrell dem Magazin „Fortune“ sagte, erhielten rund 1.500 Beschäftigte jeweils etwa 1.000 US-Dollar. Anlass war eine Rabattaktion im Februar, die deutlich mehr Kunden anzog als erwartet und vielerorts im Chaos endete.

Five Guys hatte anlässlich seines 40-jährigen Bestehens eine „Kauf-einen-bekomme-einen-gratis“-Aktion gestartet. Der Andrang war so groß, dass Filialen überlastet waren, Produkte ausgingen und die App der Kette zeitweise zusammenbrach. Das Unternehmen entschuldigte sich öffentlich und wiederholte die Aktion im März über mehrere Tage.

Murrell erklärte, er habe sich zunächst bei seinen Mitarbeitern entschuldigt und ihnen die Bonuszahlungen zukommen lassen. Zugleich fiel eine scherzhafte Bemerkung: „Ich wollte nicht, dass mir jemand in den Rücken schießt oder so, weil wir es wirklich vermasselt haben.“ Man habe die Nachfrage völlig unterschätzt, sagte er. Statt eines erwarteten Umsatzanstiegs von rund 20 Prozent habe die Aktion zeitweise etwa 130 Prozent mehr Betrieb gebracht.

Murell erklärte in dem Interview bezüglich der Rabattaktion weiter, die Beschäftigten seien durch den Andrang stark belastet gewesen. „Sie haben so hart gearbeitet. Sie waren völlig überwältigt.“ Mit den Bonuszahlungen habe er diese Leistung anerkennen wollen. Ursprünglich habe er das Geld für private Ausgaben vorgesehen, sich dann aber anders entschieden.

Die missglückte Aktion hatte zuvor Kritik ausgelöst. Kunden beklagten lange Wartezeiten und geschlossene Filialen. Five Guys räumte ein, die eigenen Standards nicht eingehalten zu haben, und bat um einen Neustart der Kampagne.

Five Guys wurde 1986 gegründet und ist bis heute ein familiengeführtes Unternehmen. Weltweit betreibt die Kette nach eigenen Angaben rund 1.900 Filialen mit etwa 30.000 Mitarbeitern.

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