Scharfe Kritik an CDU
Marburger Bund kritisiert Nein zur Zuckersteuer
21.02.2026 – 16:41 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein Viertel der Kinder ist übergewichtig – trotzdem scheitert eine Zuckersteuer am CDU-Parteitag. Ärzte sprechen von einer „verpassten Chance“.
Der Ärzteverband Marburger Bund hat die Absage des CDU-Bundesparteitags an eine Zuckersteuer als „verpasste Chance für wirksame Prävention“ kritisiert. „Wer den hohen Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke als Problem erkennt, darf sich nicht auf Appelle zur Eigenverantwortung beschränken“, erklärte die erste Vorsitzende Susanne Johna am Samstag. Zuvor hatten die Delegierten des CDU-Parteitags einen kontrovers diskutierten Antrag für eine Zuckersteuer auf süße Getränke wie etwa Limonaden abgelehnt.
Es bestehe akuter Handlungsbedarf, denn etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen sei übergewichtig, fuhr Johna fort. „Eine maßvoll ausgestaltete, am Zuckergehalt orientierte Steuer wäre kein Verbot, sondern ein marktwirtschaftliches Instrument der Verhältnisprävention. Sie setzt Anreize zur Reformulierung und senkt nachweislich den Zuckergehalt von Produkten“, führte Johna aus.
Was in vielen europäischen Ländern längst Realität sei, sollte auch in Deutschland möglich sein, forderte sie. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben weltweit mehr als 110 Staaten eine Steuer auf Zucker.
Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte am Samstag vor den Delegierten vergeblich für die Annahme des Antrags seines Landesverbandes geworben. Er verwies darauf, dass ein Viertel der Kinder übergewichtig sei: „Wir brauchen eine Steuer mit Lenkungswirkung, um diesen massiven Gesundheitsproblemen entgegenzuwirken.“
