Quer durch Nordrhein-Westfalen

Atommüll-Transport – 2.500 Polizisten schützen Konvoi

Aktualisiert am 25.03.2026 – 01:26 UhrLesedauer: 3 Min.

Der Lkw mit dem Castor hat das Jülicher Forschungszentrum einige Minuten nach 22 Uhr verlassen. (Quelle: Oliver Berg/dpa/dpa-bilder)

Der Atommüll aus dem Forschungsreaktor Jülich soll in das Zwischenlager Ahaus. Der erste Konvoi mit einem Castor-Behälter ist gestartet.

Der umstrittene Transport von Atommüll durch Nordrhein-Westfalen hat begonnen. Der erste Konvoi mit einem von 152 Castor-Behältern sei am Dienstagabend einige Minuten nach 22.00 Uhr aus dem rheinischen Jülich gestartet, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums. Ziel ist das Zwischenlager in Ahaus im Münsterland.

Bei dem Großeinsatz sind etwa 2.400 Polizeibeamte eingebunden. Dem Konvoi gehörten neben dem Schwerlasttransporter mit einem Castor-Behälter Dutzende Fahrzeuge der Polizei an, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa. Ein Großteil der Beamten wird demnach am Start und am Ziel eingesetzt.

Die genaue Route auf der etwa 170 Kilometer langen Strecke haben die Behörden nicht bekanntgegeben. Einem dpa-Reporter zufolge rollte der Konvoi über die A44, anschließend ging es weiter über die A57. Einem Sprecher des Innenministeriums zufolge besteht der Konvoi aus etwa 100 Fahrzeugen, auch ein Hubschrauber ist bei der Aktion im Einsatz.

Dem jetzt angelaufenen Transport waren mehrere Gerichtsentscheidungen und eine Infoveranstaltung für die Bürger in Ahaus vorausgegangen. Anfang März entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in einer Eilentscheidung, dass die Transporte stattfinden dürfen.

Die Umweltorganisation BUND hatte den Transport auf dem Gerichtsweg verhindern wollen. Die Begründung: Die Sicherheit der Castoren sei bei der Fahrt über die Straßen in Nordrhein-Westfalen gegen Störmaßnahmen Dritter nicht gewährleistet.

Mehrere Anti-Atomkraft-Initiativen protestierten ab dem Abend gegen die geplanten Castor-Transporte. In Jülich fand eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum statt. Nach Angaben eines dpa-Reporters waren etwa 20 Teilnehmer vor Ort. „Es wären sicherlich mehr Leute gekommen, aber viele kommen wegen der Polizeisperren nicht durch“, sagte Marita Boslar, Sprecherin des Aktionsbündnisses „Stop Westcastor“.

In Ahaus startete zeitgleich eine Demonstration vom Bahnhof zum Rathaus. Dort fand eine Kundgebung statt. Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland sprach von etwa 250 Teilnehmern. Zudem riefen Atomkraftgegner der Bürgerinitiative Ahaus zu einer Mahnwache vor dem Zwischenlager auf.

In Duisburg versammelten sich am Abend an einer Auffahrt zur A42 Dutzende Menschen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Zu der Aktion hatte die Umweltorganisation BUND aufgerufen.

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