Luxus-Spa ruiniert Finanzen

Ganzer Campingplatz nahe Bremen wird verkauft


Aktualisiert am 27.02.2026 – 21:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Wohnmobile auf dem Campingplatz in Schillig: Nicht nur das riesige Areal, auch die angrenzende Therme wird veräußert. (Quelle: Kirchner-Media/Wedel via www.imago-images.de/imago)

Ein Luxus-Ressort sorgt für den finanziellen Genickbruch. Jetzt muss ein kompletter Campingplatz an der Nordsee verkauft werden. Auch eine Therme will man loswerden.

Der Nordsee-Campingplatz Schillig im Landkreis Friesland, rund 100 Kilometer von Bremen entfernt, soll vollständig verkauft werden. Die Wangerland Touristik GmbH (WTG), die sich seit Sommer 2025 in Insolvenz in Eigenverwaltung befindet, hat ein Bieterverfahren eingeleitet, heißt es auf der Webseite. Zum Verkauf stehen der laufende Betrieb, bestehende Pachtverträge sowie die Ausstattung des rund 42 Hektar großen Areals.

Optional kann auch die benachbarte Friesland-Therme übernommen werden, die im Zuge der Finanzkrise geschlossen wurde. WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel sagte: „Wir begrüßen es sehr, wenn ein Investor für den Campingplatz auch eine verbundene Betreiberlösung für die Friesland-Therme anbietet.“ Ziel sei es, den touristischen Betrieb dauerhaft zu sichern.

Der Campingplatz in Schillig verfügt über etwa 1.500 Stellplätze und liegt direkt an der Nordseeküste. Er gilt als einer der größten Campingplätze Deutschlands. Der Betrieb läuft zunächst weiter.

Die Friesland-Therme in Horumersiel umfasst 819 Quadratmeter Wasserfläche sowie einen Sauna- und Badebereich von rund 3.250 Quadratmetern. Ob beide Einrichtungen gemeinsam oder getrennt verkauft werden, hängt von den Angeboten ab. Bewertet werden Kaufpreis, Investitionspläne, Nachhaltigkeit und die Übernahme von Beschäftigten. Der Zuschlag steht unter Vorbehalt der Zustimmung des Gläubigerausschusses und des Sachwalters.

Riedel betonte, dass „die Qualität der angebotenen Leistungen sowie das Wohlbefinden der Gäste in der Saison 2026 in keiner Weise beeinträchtigt werden“ sollen.

Die Krise hängt maßgeblich mit dem Bau des Thalasso-Meeres-Spa in Horumersiel zusammen. Statt geplanter 8,8 Millionen Euro kostete das Projekt rund 23 Millionen Euro. Die Kostensteigerung brachte die zu 100 Prozent der Gemeinde Wangerland gehörende Gesellschaft in eine schwere Schieflage.

Das Hallen-Wellenbad in Hooksiel und die Friesland-Therme wurden geschlossen, der Campingplatz Hooksiel bereits verkauft. Während sich für Campingplätze offenbar Interessenten finden, gelten die Bäder als schwer vermittelbar.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen einen ehemaligen Verantwortlichen einer Tourismusgesellschaft im Wangerland. Es geht um den Verdacht der Insolvenzverschleppung, Untreue und Verletzung der Buchführungspflicht.

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