Warnstreik am Montag
BVG-Streik gestartet – das müssen Fahrgäste wissen
Aktualisiert am 02.02.2026 – 07:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit den frühen Morgenstunden herrscht in Berlin Verkehrsstillstand. Nur eine Fahrzeugart ist im ÖPNV unterwegs – allerdings ohne Fahrgäste an Bord.
Der Berliner Nahverkehr steht seit den frühen Morgenstunden still. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem Warnstreik aufgerufen. „Der Arbeitskampf sei um 3 Uhr wie geplant angelaufen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt der Deutschen Presse-Agentur. Der Ausstand soll bis Dienstagmorgen andauern.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) lassen Bahnen infolge des Warnstreiks in den Depots. Lediglich die Straßenbahnen sind unterwegs – allerdings ohne Passagiere an Bord. Hintergrund ist die anhaltende Kälte: Die leeren Bahnen sollen verhindern, dass die Oberleitungen erneut einfrieren. Schon in der vergangenen Woche war es aus diesem Grund tagelang zu erheblichen Einschränkungen gekommen.
Einen entsprechenden Kompromiss haben Verdi und die BVG geschlossen, wie beide mitteilten. Der Fahrgastbetrieb bleibt trotz fahrender Straßenbahnen ausgeschlossen.
Vom Streik nicht betroffen sind alle Fährlinien (F10, F11, F12) sowie mehrere Buslinien, die Subunternehmen im Auftrag der BVG betreiben. Dazu gehören die Linien 106, 114, 118, 124, 133, 175, 184, 204, 234, 275, 316, 318, 326, 161, 363 und verschiedene Nachtbuslinien.
Auch für Brandenburg hatte Verdi zu Warnstreiks im Nahverkehr aufgerufen. Der S- und Regionalverkehr in der Hauptstadtregion ist von dem Ausstand hingegen nicht betroffen, da dieser nicht von der BVG betrieben wird. Die S-Bahn verstärkt ihre Taktung wegen des Streiks.
Mit dem Arbeitskampf will die Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde mit der BVG ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Verhandelt wird in der Hauptstadt um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.
Verdi fordert unter anderem mehr Urlaubstage für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage. Außerdem will die Gewerkschaft eine Erhöhung der sogenannten Wendezeit auf sechs Minuten ohne Ausnahme. Das betrifft die Zeit, die Fahrerinnen und Fahrer an einer Endhaltestelle haben, bevor sie wieder in die Gegenrichtung aufbrechen. Hier mehr dazu lesen.
Die BVG hat den ganztägigen Warnstreik der Gewerkschaft derweil kritisiert. „Die BVG verurteilt die unverhältnismäßige Eskalation in den gerade erst begonnenen Tarifverhandlungen“, erklärte das landeseigene Unternehmen am Montagmorgen. „Die Arbeitgeberseite ruft die Gewerkschaft Verdi auf, gemeinsam am Verhandlungstisch nach realistischen Lösungen zu suchen, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden nachhaltig weiter zu verbessern.“
