Auch die Linke äußerte Kritik. Neue Abwehrzentren stärkten die Abwehrfähigkeit offenkundig nicht, wenn am Ende zivile Busfahrer die Drohnen meldeten, sagte Jan Köstering, Sprecher für Bevölkerungsschutz der Linken-Fraktion, t-online. Die Bundesregierung müsse Drohnenabwehr an Flughäfen flächendeckend installieren.
Auf die vom Innenministerium zugesagte Ausstattung mit Systemen zur Detektion und Abwehr von Drohnen warten die Flughäfen Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn noch. Das erklärte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV. Nach den wiederholten Drohnenüberflügen am Flughafen München im vergangenen Herbst hatte der Bund bei der Bundespolizei ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum eingerichtet, das laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) auch im aktuellen Fall aktiv ist.
Dobrindt spricht von hybridem Anschlagsszenario
Dobrindt wertet den Vorfall als Anschlagsversuch. Nach seiner Einschätzung handelt es sich um ein „hybrides Anschlagsszenario“, sagte der CSU-Politiker am Mittwochabend vor Ort. Mit hybriden Angriffen sind in der Regel verdeckte Angriffe gemeint, die keine direkte Konfrontation suchen, sondern Verunsicherung schaffen sollen – etwa durch Sabotage, wirtschaftlichen Druck oder Desinformation.
Mutmaßliche Drahtzieher nannte Dobrindt nicht. Möglicherweise seien fremde Mächte beteiligt, die zu erheblicher Verunsicherung in Deutschland beitragen wollten; das werde Teil der Ermittlungen sein. Solche Bedrohungslagen erforderten Technikerfahrung und Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff. „Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin“, sagte er.
Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte im ZDF-„heute journal“, die Drohne stamme nicht aus dem Baumarkt. Es sei möglich, dass fremde Mächte am Werk waren.
Grüne sprechen von „russischem Staatsterrorismus“
Deutlicher wurde die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge. „Es liegt nahe, dass es sich bei dem Drohnenangriff um russischen Staatsterrorismus handeln könnte“, sagte sie der „Welt“. Sie kritisierte, dass Dobrindt diese Vermutung nicht klar benenne.
Dröge forderte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf, umgehend den Nationalen Sicherheitsrat einzuberufen. Auf eine solche Aggression müsse man entschlossen reagieren und „nicht mit schwammigen Worten“. Merz habe den „Ernst der Lage noch immer nicht erkannt“, sagte sie und kritisierte, dass sich der Kanzler bisher nicht zu dem Vorfall geäußert habe.
