„Einer der wohl schwersten Einsätze“
Flammen fressen sich durch jahrhundertealte Burg
26.03.2026 – 07:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Mitten in der Nacht steht ein historisches Gebäude in Thüringen in Flammen. Die Feuerwehr startet einen Großeinsatz – und wählt klare Worte.
In Thüringen ist ein großer Brand in einer Burg aus dem 12. Jahrhundert ausgebrochen. Große Teile der Runneburg in Weißensee (Landkreis Greiz) seien beschädigt worden, sagte ein Polizeisprecher.
Die Flammen waren Polizei und Feuerwehr gegen 23 Uhr am Mittwochabend gemeldet worden. Das Feuer war demnach in einem Eckgebäude der Wehranlage ausgebrochen, direkt neben einem hohen Wachturm.
Die Feuerwehr startete einen Großeinsatz und konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindern. Auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz. Verletzt wurde niemand, gegen 4 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Laut Polizei entstand „erheblicher Sachschaden an der historischen Bausubstanz“, eine genaue Schadenshöhe könne noch nicht mitgeteilt werden.
Die Freiwillige Feuerwehr in Weißensee berichtete auf Facebook über den Einsatz, bei dem es sich um „einen der wohl schwersten Einsätze der letzten Zeit“ gehandelt habe. Die Freiwilligen hätten einen Anblick erlebt, „der uns allen den Atem stocken ließ“, heißt es in dem Posting. Der „intensive und kräftezehrende Einsatz“ habe dazu geführt, dass sich die Flammen nicht noch weiter ausgebreitet hätten.
Die Brandursache ist unklar. Die Polizei bittet mögliche Zeugen, denen am Mittwochabend etwas aufgefallen ist, sich zu melden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Die Runneburg ist laut der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten um 1170 erbaut worden und thront auf einem kleinen Berg am Rand der kleinen Stadt Weißensee. Sie zählt demnach zu einem der bedeutendsten Zeugnisse romanischer Baukunst in Deutschland. In kaum einer Anlage sei so viel originale Bausubstanz des Hochmittelalters erhalten. Die Stiftung bezeichnet sie auch als „kleine Schwester“ der Wartburg.
