Jahresbericht für 2025

Bundespolizei-Bilanz: Weniger Straftaten – mehr Gewalt

Aktualisiert am 09.07.2026 – 05:00 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Zahl der Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei ging 2025 zurück. Das gilt nicht für die Gewaltdelikte. (Symbolbild) (Quelle: Robert Michael/dpa/dpa-bilder)

Die Bundespolizei stellt mehr Gewaltdelikte fest. Was der aktuelle Jahresbericht dazu und zu den Migrationsentwicklungen zeigt.

Die Bundespolizei hat im vergangenen Jahr mehr Gewaltdelikte an Bahnhöfen und anderen Orten, wo sie für die Sicherheit zuständig ist, festgestellt. Wie aus dem Jahresbericht der Bundespolizei für 2025 hervorgeht, stieg die Zahl der Gewaltdelikte im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf rund 35.400 Fälle.

Gemäß der Eingangsstatistik der Bundespolizei zählen zur Gewaltkriminalität sämtliche Körperverletzungs- und Raubdelikte, Straftaten gegen das Leben, Widerstand gegen die Staatsgewalt sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit sowie Taten, die sich gegen die öffentliche Ordnung richten. Sexualdelikte werden separat erfasst. Bei Gewaltdelikten mit bekannten Tatverdächtigen lag der Anteil deutscher Staatsangehöriger demnach bei 53 Prozent. Ein Messer wurde bei 3,9 Prozent aller Gewaltdelikte mitgeführt.

Die Zahl der Angriffe auf Einsatzkräfte der Bundespolizei stieg den Angaben zufolge um 7,4 Prozent auf 3.185 Einsatzkräfte. Neben Faustschlägen und Tritten zählten dazu unter anderem auch Bisse und Spuck-Attacken. Verletzt wurden den Angaben zufolge 818 Polizistinnen und Polizisten – ein Anstieg um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 53 Prozent derjenigen, die Einsatzkräfte angriffen, standen laut Bundespolizei unter dem Einfluss berauschender Mittel.

Weniger Verstöße gegen Aufenthaltsgesetz

Dass die Zahl der im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei – also vor allem auf dem Gebiet der Bahnanlagen, an 13 Flughäfen und an den Grenzen – registrierten Straftaten 2025 insgesamt um 5,8 Prozent auf rund 604.700 Straftaten gesunken ist, hat vor allem damit zu tun, dass weniger Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz festgestellt wurden.

An allen deutschen Landesgrenzen gibt es seit dem 16. September 2024 Grenzkontrollen bei Einreisen, zuvor war das bereits teilweise der Fall. Die Zahl der Menschen, die in Deutschland erstmals Asyl beantragt, ist seit 2023 deutlich gesunken. Im Mai 2025 wurden die Grenzkontrollen intensiviert. Seither werden – abgesehen von Ausnahmen etwa für Kranke und Schwangere – auch Asylsuchende zurückgewiesen.

Werden die Grenzkontrollen weiter verlängert?

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat in Aussicht gestellt, die deutschen Binnengrenzkontrollen zu lockern, sollte die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (Geas) so funktionieren, wie von den EU-Mitgliedstaaten erhofft. Kern der Reform, deren Regeln seit dem 12. Juni gelten, ist eine Registrierungspflicht für alle Asylsuchenden an den Außengrenzen. Außerdem sollen Menschen, die aus Staaten stammen, bei denen eine Anerkennung als schutzbedürftig wenig wahrscheinlich ist, an der EU-Außengrenze ein schnelles Asylverfahren durchlaufen.

Im Schengen-Raum sind Kontrollen an den Binnengrenzen eigentlich nicht vorgesehen. Wenn Mitgliedstaaten sie dennoch vorübergehend einführen, muss die EU-Kommission darüber vorab werden. Auch eine Begründung wird verlangt. Die Kontrollen an den deutschen Landgrenzen gelten aktuell bis September 2026.

Aus Sicht von Bundespolizeipräsident Dieter Romann erfüllen sie ihren Zweck. Er sagt der Deutschen Presse-Agentur: „Die flexiblen und smarten Grenzkontrollen haben auch 2025 ihre Wirkung gezeigt.“ Ob und wie lange sie weiter fortgesetzt würden, hänge auch vom Gelingen und der Wirkung der Geas-Reform ab.

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