Zweites Jahr in Folge

Bundesbank macht 8,6 Milliarden Euro Verlust

Aktualisiert am 05.03.2026 – 11:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank: Die Notenbank hat einen deutlichen Verlust eingefahren. (Quelle: Arne Dedert)

Die Bundesbank schreibt rote Zahlen. Im zweiten Jahr in Folge steht ein Minus in den Büchern.

Die Bundesbank hat auch 2025 einen Milliardenverlust gemacht. Damit fällt eine Gewinnüberweisung aus Frankfurt an den Bund im sechsten Jahr in Folge aus. 2025 stand ein Minus von rund 8,6 Milliarden Euro in der Bilanz und damit der zweithöchste Fehlbetrag in der Geschichte der Notenbank. Verglichen mit dem Rekordminus von mehr als 19 Milliarden Euro 2024 hat sich der Verlust aber mehr als halbiert.

„Wir haben zwar weiter finanzielle Belastungen zu tragen, sie lassen aber nach“, sagte Bundesbankpräsident Joachim Nagel in Frankfurt. Aus heutiger Sicht dürfte sich diese positive Entwicklung fortsetzen. Gleichwohl werde die Bundesbank „im laufenden Jahr erneut einen Jahresfehlbetrag ausweisen“.

Denn die Bundesbank schleppt die Milliardenverluste in ihrer Bilanz mit – eine Folge der Geldpolitik im Euroraum. Der Bilanzverlust, der sich aus dem Verlustvortrag und dem aktuellen Jahresfehlbetrag ergibt, beläuft sich auf 27,8 Milliarden Euro.

Die Belastungen der Bundesbank seien vorübergehend, betonte Nagel. „Künftige Jahresüberschüsse werden wir nutzen, um den aufgelaufenen Bilanzverlust aus eigener Kraft ab- und die notwendige Risikovorsorge aufzubauen.“ Auch mit einem Bilanzverlust könne die Bundesbank ihre Aufgaben vollumfänglich erfüllen. Sie habe eine solide Bilanz.

Nagel hatte bereits bei der Bilanzvorlage vor einem Jahr gewarnt, dass Gewinn-Ausschüttungen an den Bund auf längere Sicht nicht zu erwarten seien. 2023 vermied die Bundesbank rote Zahlen unter dem Strich gerade so – allerdings nur, weil sie mit milliardenschweren Rücklagen Belastungen der Zinswende ausgleichen konnte.

Jahrelang plante das Bundesfinanzministerium im Bundeshaushalt einen Bundesbank-Gewinn von 2,5 Milliarden Euro ein. 2019 durfte sich Olaf Scholz (SPD) als damaliger Ressortchef über die höchste Summe seit der Finanzkrise freuen: 5,85 Milliarden Euro. Es war der bislang letzte Geldsegen aus Frankfurt.

Hauptziel von Notenbanken ist es nicht, Gewinne zu erzielen. Die Europäische Zentralbank (EZB) und mit ihr die nationalen Zentralbanken im Eurosystem sollen vor allem für stabile Preise und somit eine stabile Währung im Euroraum sorgen.

Die Geldpolitik hat allerdings auch Folgen für die Bilanzen der Notenbanken: Ab Sommer 2022 hatte die EZB die Leitzinsen im Euroraum rasant erhöht, um die damals hohe Inflation in den Griff zu bekommen. Höhere Zinsen an den Finanzmärkten führten zu steigenden Zinsausgaben seitens der Notenbanken für Gelder, die Geschäftsbanken bei ihnen parken.

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