Helfer haben eine neue Rettungsaktion des vor der Ostseeküste gestrandeten Buckelwals gestartet. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, nähern sich dem Tier langsam zwei Boote. Der Plan der Umweltschützer ist demnach, mit einem Paddeln auf das Wasser neben dem Tier zu schlagen. So soll der Wal zum Losschwimmen motiviert werden.
Laut dem wissenschaftlichen Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkhard Baschek, wird es ernst: „Heute wird ein entscheidender Tag“, sagte er bei der Pressekonferenz von Umweltminister Backhaus. In den kommenden Stunden steige das Wasser, bis um 18 Uhr um etwa 30 Zentimeter. Dann wolle man das Tier noch einmal untersuchen und dabei auch die Netzreste, die es im Maul hat, begutachten. Anschließend werde man wohl noch einmal versuchen, den Wal zum Losschwimmen zu animieren.
Wenn das nicht gelinge, müsse man die Lage neu bewerten. Er wolle ausdrücklich nicht von einem letzten Versuch sprechen, aber alle Rettungsversuche würden für den Wal Stress bedeuten, sagte Baschek. Die Entscheidungsfindung sei immer eine Abwägung. Im Raum stehe die Frage, wann es an der Zeit sei, dem Wal Ruhe zu geben, dass er sterben kann. „Das sind Gedankenspiele, die wir durchspielen.“ Heute Abend wisse man mehr. Sollte das Tier sterben, würde sich das Museum auch um den Abtransport kümmern.
Franziska Saalmann von Greenpeace gibt bei der Pressekonferenz von Umweltminister Backhaus ein Update: „Wir wollen schauen, dass der Wal gut Ruhe bekommt den Tag über“, sagte sie. Er solle Kraft sammeln.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagt, dem Wal gehe es offenbar deutlich schlechter. Seine Atemfrequenz sei langsamer geworden, er rufe auch seltener. Aber: „Wir unternehmen alles, wirklich alles.“ Eine 24-Stunden-Walwacht sei eingerichtet. Das Ziel sei immer noch, den Wal in Richtung offenes Meer zu geleiten.
„Ich habe großen Respekt vor dem Wal.“ Zum Streit unterschiedlicher Stellen mit dem Meeresbiologen Robert Marc Lehmann sagte Backhaus, er habe Kontakt mit Lehmann aufgenommen. Dieser sei zuerst nicht ans Telefon gegangen und habe dann eine Nachricht geschrieben, der Minister solle sich doch bitte an seine Assistentin wenden. Minister Backhaus unterstrich: Ihm gehe es ausschließlich um den Wal. Er habe Lehmann gefragt, was der Biologe an seiner Stelle tun würde, sagte Backhaus.
