Weitere Verletzungen werden sichtbar
Der Wal hat die ganze Nacht „geweint“
05.04.2026 – 11:01 UhrLesedauer: 2 Min.
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Der vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal atmet noch. Aber er hat weitere Verletzungen. Ein Musiker zeichnet derweil die Laute auf, die er von sich gibt.
Es sind tiefe, lang anhaltende Töne – für das menschliche Ohr klingen sie klagend: Ein experimenteller Musiker aus Wien hat Spezialmikrofone installiert, um die Geräusche aufzuzeichnen, die der vor der Insel Poel in der Wismarbucht gestrandete Buckelwal von sich gibt.
Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, soll es am Freitagabend gegen 23 Uhr plötzlich losgegangen sein: Der Wal habe angefangen zu singen und bis zum Morgengrauen nicht mehr aufgehört. Die Laute, die der Wal fast durchgehend von sich gegeben habe, hätten wie ein Weinen geklungen. Sogar in seiner Unterkunft, vier Kilometer vom Wal entfernt, habe der Musiker die tiefen Frequenzen noch empfangen.
Buckelwale sind bekannt für ihre komplizierten, in Strophen aufgebauten Gesänge. Männchen singen typischerweise zur Paarungszeit, Forscher nehmen daher an, dass die Gesänge entweder Weibchen imponieren oder männliche Rivalen fernhalten sollen.
Ein Sprecher des mecklenburg-vorpommerischen Umweltministeriums sagte am Sonntagmorgen unterdessen, die Lage des Wals sei unverändert. Der Wal werde rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig durch Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Wasser benetzt.
Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte den Wal am Samstag besucht. Danach erklärte er, der Wal atme mal alle zwei Minuten, mal alle vier bis fünf Minuten. Er habe auch wieder gerufen: „Aber man sieht eben auch, dass seine Aktivitäten geringer werden“, erklärte Backhaus.
Zudem seien weitere Verletzungen des Wals sichtbar geworden. Wahrscheinlich seien diese Verletzungen auf dem Rücken und an der linken Flanke durch Schiffsschrauben entstanden, sagte Backhaus am Samstag: „Das hatten wir vorher überhaupt nicht gesehen.“ Zudem gebe es Abdrücke, wahrscheinlich von einem Netz.
Nach den Ostertagen sollen Fachleute noch einmal nach dem Wal sehen und seinen Gesundheitszustand begutachten. Das sei „für alle weiteren Planungen wichtig“. Der Minister schloss jedoch kategorisch aus, dass der Wal getötet werde: „Das wird hier nicht stattfinden“, sagte er. „Wir können ihn nicht einfach erlösen, durch was auch immer.“









