„El Mencho“, der ein unauffälliges Leben führte, wurde 59 Jahre alt. Er wurde am 17. Juli 1966 in Aguililla geboren, einer armen Gemeinde im westlichen Bundesstaat Michoacán. Der Drogenboss soll ein Milliardenvermögen besessen und Geld mit Immobilien, Viehzucht und Musikgeschäften gewaschen haben. In der mexikanischen Unterwelt wurde er wegen seiner Vorliebe für Hahnenkämpfe auch der „Herr der Hähne“ genannt. Sein weiterer Spitzname, „El Mencho“, soll eine Ableitung seines Vornamens Nemesio sein.

Regionale Musikgruppen haben Lieder über ihn komponiert. In den sozialen Netzwerken kursieren immer wieder mutmaßliche Propagandavideos des Kartells. Darin sind schwer bewaffnete Männer in Kampfuniformen zu sehen, die sich als „Leute von Señor Mencho“ bezeichnen.

Für die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum bedeutet der Einsatz einen sicherheitspolitischen Erfolg. Ihre Regierung steht seit Monaten unter Druck aus Washington, entschiedener gegen den Drogenschmuggel in die USA vorzugehen. Unklar blieb zunächst, ob und in welchem Umfang US-Behörden an der Operation beteiligt waren. Sheinbaum hatte eine Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten zugesagt, zugleich aber eine direkte Beteiligung ausländischer Kräfte auf mexikanischem Boden ausgeschlossen.

Washington reagierte auf die Nachricht der Tötung über den stellvertretenden US-Außenminister Christopher Landau. Einer der „blutigsten und rücksichtslosesten Drogenbosse“ sei getötet worden, schrieb er auf der Plattform X. „Das ist eine großartige Entwicklung für Mexiko, die USA, Lateinamerika und die ganze Welt. Die Guten sind stärker als die Bösen.“

Gerüchte über den Tod oder die Festnahme Osegueras hatten in der Vergangenheit mehrfach die Runde gemacht und sich später als falsch erwiesen. Dieses Mal bestätigten jedoch mexikanische Behörden offiziell seinen Tod. Ob das Machtgefüge innerhalb des Kartells nun ins Wanken gerät oder rivalisierende Gruppen um Einfluss kämpfen, ist offen.

Die Sicherheitslage in den betroffenen Regionen blieb am Sonntag angespannt. Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren und offizielle Mitteilungen zu verfolgen. Wie lange die Einschränkungen im öffentlichen Leben andauern, ist derzeit nicht absehbar.

Share.
Exit mobile version