Am liebsten wäre es dem Bundestrainer, wenn der FC Bayern die Champions League gewinnen würde. Denn möglichst viele Spieler sollten mit Erfolgserlebnissen aus ihren Klubs zur WM fahren, sagte Julian Nagelsmann dem „Kicker“. Und die meisten Spieler, die für den WM-Kader infrage kommen, sind nun mal bei den Bayern unter Vertrag. Nur, wie passt zu dieser Logik dann Leon Goretzka? Das Bild des Mittelfeldspielers, wie er grimmig am Samstagabend das Dortmunder Stadion verließ, sprach für sich: Goretzka hatte mal wieder auf der Ersatzbank gesessen.

Klar, Goretzka kann mit den Münchnern den Titel gewinnen, sein Anteil daran dürfte allerdings gering sein und Selbstvertrauen und Laune nur bedingt heben. In den vergangenen fünf Champions-League-Spielen stand er maximal neun Minuten auf dem Feld – insgesamt sind das 61 Minuten in acht Königsklassen-Partien. Mit seiner Interview-Aussage widerspricht sich der Bundestrainer also selbst.

Wenn Nagelsmann das Leistungsprinzip ausruft und regelmäßige Einsätze von Jungstars wie Lennart Karl oder Said El Mala fordert, um sie zu nominieren, dann sollte das auch für Goretzka gelten – Erfahrung hin oder her. Zumal er auch in den vergangenen Turnieren keinen positiven Unterschied gemacht hat.

Nagelsmann hat sich mit dieser Aussage jegliche Argumente genommen, sollte einer von Goretzkas Konkurrenten besser spielen und sollten seine Einsatzzeiten weiter so gering bleiben.

Und nur mal zur Erinnerung: Goretzka wurde bei der Heim-EM 2024 nicht zugetraut, trotz Kaderplatz 15 oder 16 positiv auf die Gruppe zu wirken. Er musste zu Hause bleiben und wurde selbst nach Verletzungen anderer Spieler nicht nachnominiert. Es brauchte anschließend sogar eine Aussprache zwischen ihm und dem Bundestrainer. Was passiert also, wenn der Bayern-Star während des Turniers aus der ersten Elf genommen wird und mit seiner Rolle unzufrieden ist?

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