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Home » Brandanschlag auf Synagoge: Untersuchungshaft angeordnet
Politik

Brandanschlag auf Synagoge: Untersuchungshaft angeordnet

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 18, 2026
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Brandstiftung

Brandanschlag auf Synagoge: Untersuchungshaft angeordnet

Aktualisiert am 18.09.2026 – 16:36 UhrLesedauer: 2 Min.

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Spurensicherung am Tatort. (Archivbild) (Quelle: Christoph Petersen/dpa/dpa-bilder)

Mitten am Tag soll ein 37-Jähriger einen Brandsatz an der Wuppertaler Synagoge gezündet und sich danach antisemitisch geäußert haben. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.

Nach dem Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge ist der Verdächtige in Untersuchungshaft. Er habe sich klar antisemitisch geäußert, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft. Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund der Tat seien dagegen bislang nicht entdeckt worden. Ein Richter habe gegen den Mann sei Haftbefehl wegen versuchter schwerer Brandstiftung erlassen.

Der 37-jährige Afghane soll zwei Beutel mit Flüssigkeit an die Synagoge geworfen und einen dritten an einer Nebentür ausgegossen und die brennbare Flüssigkeit angezündet haben. Er war noch in Tatortnähe von Sicherheitskräften festgenommen worden.

Die Wohnung des Beschuldigten war noch am Donnerstag durchsucht worden. Dabei wurde ein Mobiltelefon entdeckt, dessen Auswertung weiter andauert. Zudem wurden mehrere Messer und eine Machete entdeckt, die dort griffbereit gelegen hätten. Der Verdächtige habe zudem eine Vorstrafe wegen der Bedrohung einer Nachbarin, sagte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert.

Der Brand war auf einer Treppe an einem Nebeneingang der Bergischen Synagoge in Wuppertal gelegt worden. Das Feuer konnte von Mitarbeitern der Synagoge mit einem Feuerlöscher schnell gelöscht werden. Verletzt worden sei niemand. Der Sachschaden sei gering, hatte die Polizei mitgeteilt. Die Polizei sucht als Zeuginnen der Tat zwei jungen Frauen, die sich zur Tatzeit in unmittelbarer Nähe der Synagoge aufgehalten haben sollen. Die Tat hatte sich am Donnerstag gegen 14.00 Uhr ereignet.

Zentralrat verurteilt Brandanschlag

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte den Brandanschlag verurteilt. „Erneut ist es in der Zeit der jüdischen hohen Feiertage zu einem Anschlag auf eine Synagoge gekommen“, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster.

Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein reagierte auf den Angriff mit Entsetzen: Der Versuch, am helllichten Tag, vor laufender Sicherheitskamera das Gebäude in Brand zu setzen, führe erneut vor Augen, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland nicht sicher seien.

Der erneute Anschlag auf eine Synagoge wenige Tage vor Jom Kippur wecke zudem Erinnerungen an den tödlichen Angriff von Halle 2019.

Die Kameraaufzeichnungen zeigten eindeutig: Der Angreifer habe maximalen Schaden anrichten wollen und menschliche Opfer in Kauf genommen. „Das ist verstörend und muss endlich spürbare Konsequenzen nach sich ziehen“, so die Gemeinde.

Oberbürgermeisterin ruft zu Solidarität auf

Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD) verurteilte die Tat als „sehr schäbig“ und rief zur Solidarität mit der Jüdischen Kultusgemeinde auf. Die Bergische Synagoge wurde 2002 eröffnet. Der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal gehören gut 2.000 Menschen an.

Bereits 2014 war ein Brandanschlag auf die Synagoge verübt worden. Dafür waren drei Palästinenser verantwortlich. Sie hatten gestanden und ausgesagt, mit der Tat die Aufmerksamkeit auf den Gaza-Konflikt lenken zu wollen. Sie erhielten Bewährungsstrafen.

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