Verbindungstechnik in Waiblingen
Bosch stellt Standort ein – 560 Jobs betroffen
23.02.2026 – 18:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Umsatz für Produkte im Mobilitätsbereich ist um die Hälfte zurückgegangen. Jetzt zieht der Technologiekonzern Bosch Konsequenzen.
Bosch stellt die Produktion im Bereich Verbindungstechnik für die Fahrzeugindustrie am Standort Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) mit seinen rund 560 Beschäftigten bis spätestens 2028 ein. Zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung wurde ein Sozialplan und Interessenausgleich vereinbart, wie das Unternehmen mitteilte. Das Aus für den betroffenen Bereich wurde bereits im vergangenen September verkündet.
Etwa 220 Arbeitsplätze sollen den Beschäftigten an anderen Bosch-Standorten angeboten werden. Der Personalabbau soll möglichst sozialverträglich umgesetzt werden. Auch Angebote für Altersteilzeit und Vorruhestand sowie freiwillige Abfindungen gehören zum Maßnahmenpaket.
Der Technologiekonzern hatte im vergangenen Jahr den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen angekündigt. Besonders stark davon betroffen ist die Mobilitätssparte des Stiftungsunternehmens.
Als Grund für das Ende der Produktion nannte Bosch neben den zu hohen Kosten den Rückgang im Umsatz für Verbindungstechnik-Produkte. Auf dem europäischen Markt sei der in den vergangenen acht Jahren um knapp die Hälfte zurückgegangen.
Weitere Umsatzrückgänge in den kommenden Jahren seien prognostiziert. Am Standort Waiblingen seien das Produktionsvolumen und damit einhergehend das Beschäftigungsniveau seit vielen Jahren rückläufig. „Trotz entsprechender Anstrengungen konnten in dieser Zeit keine beschäftigungsrelevanten Neuprodukte gewonnen werden.“
Verbindungstechnik umfasst technische Komponenten wie etwa Verbindungselemente, elektrische Steckverbinder, mechanische Füge- bzw. Verbindungsteile, die in Automobilen eingesetzt werden. Dieser Bereich ist Teil der Mobilitätssparte, die Komponenten für Fahrzeuge liefert.
Nach Angaben der IG Metall in Waiblingen hätte der Standort eine Zukunft haben können, wenn Bosch bereit gewesen wäre, sie aktiv mitzugestalten. „Die Verlagerung von Produktion und Know-how ist ein schwerer Fehler zulasten der Region.“ Die nun erreichte Einigung federe den Strukturbruch zwar sozial ab, ersetze aber keinen industriepolitischen Gestaltungswillen des Konzerns. „Wichtig sind vor allem die zugesagte Weiterbeschäftigung, Qualifizierung und die Transfergesellschaft ab 2029.“
Nicht betroffen von der Schließung sind laut Bosch andere Tochterfirmen am Standort Waiblingen.










