Die Behandlung dauert meist zwei Wochen. Wenn die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist, kann sie auch drei oder vier Wochen in Anspruch nehmen.

Wichtig: Eltern sollten darauf achten, dass das Kind das Antibiotikum am besten mit Wasser einnimmt und drei Stunden vor und nach der Einnahme keine Milch oder Fruchtsäfte trinkt beziehungsweise Milchprodukte isst. Denn das in Milch und einigen Obstsäften enthaltene Calcium kann bewirken, dass der Körper den Wirkstoff nicht richtig aufnimmt. Die Therapie wirkt dann unter Umständen nicht.

Wann ins Krankenhaus?

Es ist weder notwendig noch sinnvoll, mit einem Zeckenstich sofort ins Krankenhaus zu gehen. Denn erstens besteht nur ein geringes Risiko, dass sich eine Borreliose entwickelt: Nur ein kleiner Teil aller Zeckenstiche führt tatsächlich zu einer Borreliose.

Zweitens ist diese nicht sofort nach dem Stich feststellbar. Die ersten Anzeichen – zum Beispiel die Wanderröte – treten erst einige Tage bis Wochen später in Erscheinung. Wenn es dazu kommt, befindet sich die Erkrankung immer noch im frühen Stadium und ist gut mit Antibiotika behandelbar.

Wer einige Tage oder Wochen nach dem Stich Borreliose-Symptome bei sich bemerkt, muss ebenfalls nicht ins Krankenhaus, sondern kann zur Hausärztin oder zum Hausarzt gehen. Die oder der Betroffene bekommt dann in der Regel Antibiotika in Tablettenform verschrieben, die sie oder er zu Hause einnehmen muss.

Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt, kann sie sich verschlimmern und weitere Beschwerden wie Lähmungen, Empfindungsstörungen, brennende Schmerzen oder auch Herzstolpern hervorrufen. Die Therapie erfolgt dann in der Regel im Krankenhaus. Die oder der Betroffene erhält das Antibiotikum dort unter Umständen nicht in Form von Tabletten verabreicht, sondern über eine Infusion in eine Vene.

Spätfolgen trotz Behandlung

Wenn die Borreliose bereits die Nerven, das Herz oder die Gelenke angegriffen hat, verschaffen die Antibiotika meist nicht sofort Linderung. Denn die Mittel können zwar das Bakterium zurückdrängen, nicht aber die Schäden beheben, die Infektion bereits im jeweiligen Organ hinterlassen hat.

Für deren Heilung ist der Körper selbst zuständig – und dafür braucht er unter Umständen einige Wochen bis Monate, manchmal sogar Jahre. Je nach Ausmaß der Schäden können einige Beschwerden auch langfristig bestehen bleiben.

Beispiele für mögliche Spätfolgen sind:

  • leichte Empfindungsstörungen und Lähmungserscheinungen, wenn der Erreger die Nerven befallen hat (Neuroborreliose)
  • Gelenkschäden, wenn die Gelenke befallen waren (Lyme-Arthritis)
  • bleibende Veränderungen der Haut, wenn die Borreliose zu schweren Hautentzündungen geführt hat
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