Nach grünem Wahlsieg

Neuer Job? Boris Palmer heizt Spekulationen an

Aktualisiert am 10.03.2026 – 03:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Sind miteinander befreundet: Der Grüne Cem Özdemir (l.) und Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos. (Quelle: Felix Kästle/dpa)

Der Tübinger Rathauschef zeigt sich bereit für neue Aufgaben. Welche Rolle er sich dabei selbst zutraut und was er als dringendste Probleme sieht.

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) heizt Spekulationen über einen Wechsel in die Landespolitik an. Es gehe nun für die Grünen vordringlich darum, Vertrauen zur tief verletzten CDU aufzubauen, um eine Fortsetzung der Koalition zu organisieren, sagte er der „Südwest Presse“. Dabei könne er durchaus helfen. „Von den prominenten politischen Personen im Land bin ich sicherlich jemand, der an der Schnittstelle von Grünen und Schwarzen mit die größten Kompetenzwerte hat.“

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, nochmal etwas anderes zu machen, sagte Palmer: „Wenn Sie mich so offen fragen: Ja, ich bin 53 und kann mir durchaus vorstellen, beruflich auch noch andere Aufgaben zu übernehmen.“

Palmer sieht dem Bericht zufolge Handlungsbedarf bei den Kommunalfinanzen, der Wirtschaft und dem Bildungssystem. „Alles, was dieses Land groß und stark gemacht hat, ist in Gefahr.“ Deshalb müssten jetzt endlich alle ihre Hausaufgaben machen. „Wenn ich dazu einen Beitrag leisten kann, bin ich dazu gern bereit“, sagte Palmer, der seit fast 20 Jahren Rathauschef in Tübingen ist.

Mit Grünen-Politiker Cem Özdemir ist Palmer befreundet. Unter anderem hatte er im Wahlkampf den damaligen Spitzenkandidaten und dessen Ehefrau Flavia Zaka im Tübinger Rathaus getraut.

Zuletzt ließ Özdemir Spekulationen um ein mögliches Ministeramt für Palmer offen. Sie seien permanent im Gespräch. Aktuell verteile man aber keine Ämter, sagte er. Vor der Wahl hatte Özdemir allerdings betont, wer sich selbst ins Spiel bringe, werde unter ihm keinen Ministerposten bekommen.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge, geht dagegen nicht davon aus, dass ihr Parteikollege Cem Özdemir nach der gewonnenen Wahl in Baden-Württemberg den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer in sein Kabinett holt. „Ich glaube, das würde er nicht tun“, sagte Dröge dem Nachrichtenportal t-online auf die Frage, wie sie darauf reagieren würde, sollte Özdemir den umstrittenen Ex-Grünen zum Minister machen. „Ich bin mir sicher, er stellt sein Kabinett vielfältig auf. Dazu gehört aber auch, dass das Kabinett breit von der Partei unterstützt und getragen ist“, so Dröge weiter. Da werde Özdemir einen Weg finden.

Dröge betonte außerdem, dass sie nicht erwarte, dass Özdemir sich künftig auch auf Bundesebene einmischen werde. „Ich glaube, er hat aus seiner Sicht das schönste Amt anvertraut bekommen, das es gibt: Ministerpräsident von Baden-Württemberg“, sagte Dröge. Deswegen sei sie sich sicher: „Sein Fokus liegt jetzt auf Baden-Württemberg. Wir sind stolz auf das, was er geschafft hat.“

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