Hunderte Buchungen storniert

Booking sperrt Hotels – wegen Iran-Verbindung


Aktualisiert am 10.02.2026 – 19:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Hilton-Hotel in Gravenbruch (früher Kempinski, Archivbild), ist von der Buchungsplattform Booking aus dem Programm genommen worden. (Quelle: Kempinski Hotel )

Die Buchungsplattform „Booking“ entfernt mehrere Luxushotels in Frankfurt, Reservierungen sind storniert. Was steckt dahinter?

Wegen eines komplexen Netzes an Offshore-Firmen sind mehrere Hundert Buchungen für Luxushotels in Frankfurt storniert worden. Der Grund: Sie gehören allesamt dem iranischen Banker Ali Ansari. Wegen seiner Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden hat die britische Regierung Sanktionen gegen ihn verhängt.

Die Folge: Die Buchungsplattform „Booking.com“ entfernt die Hotels, die sich mutmaßlich im Besitz Ansaris befinden. Darunter befinden sich auch zwei Hotels der Hilton-Kette in Frankfurt.

Über den Fall berichtete zuerst die englische „Financial Times“ (FT). Demnach deckten Redakteure der Zeitung auf, dass sich mehrere Hotels im Besitz des Iraners befänden. In Frankfurt betrifft dies zwei Hotels: Das Hilton Hotel Frankfurt City Center und das Hilton Hotel Frankfurt Gravenbruch. Laut „FT“ sind beide Hotels Teil eines größeren Portfolios, das sich über ein kompliziertes Geflecht aus Offshore-Firmen erstreckt. Teil davon sind auch mehrere Immobilien im Vereinigten Königreich.

„Booking.com“ reagierte auf den Bericht mit der Löschung beider Hotels auf seiner Plattform und stornierte im selben Zug Hunderte Buchungen. Ebenso wurden weitere Hotels, die Ansari gehören sollen, entfernt – darunter befindet sich auch ein Luxushotel im Skiort Kitzbühel sowie ein Ferienresort auf Mallorca.

Ansari soll mithilfe der Ayandeh-Bank Gelder in Millionenhöhe über seine Immobilienportfolios an die iranischen Revolutionsgarden geschleust haben. Diese wiederum werden von der EU sowie Ländern wie Kanada und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Die EU selbst hingegen hat bislang keine wirtschaftlichen Sanktionen gegen den iranischen Banker verhängt. Mit der Listung als Terrororganisation haben die EU-Behörden jedoch mehr Spielraum: Das Fachportal „Legal Tribune Online“ (LTO) schreibt, dass sich damit „konkrete Rechtsfolgen“ entfalten und „strafrechtliche Maßnahmen ermöglichen“.

Auf der Liste befinden sich auch Organisationen wie Al-Quaida und die Hamas – es setzt also voraus, dass terroristische Handlungen nachgewiesen werden können. Aus genau diesem Grund hat auch die britische Regierung Sanktionen gegen Ansari verhängt: Weil er die iranischen Revolutionsgarden unterstützt hat, habe er sich „feindlicher Aktivitäten“ schuldig gemacht, berichtet die „FT“ unter Berufung auf die britische Regierung. Im Zuge der Sanktionen wurde ein Großteil seines Besitzes in England, darunter zahlreiche Immobilien, eingefroren.

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