Regierung will sich äußern

Bombendrohne in Leipzig: Wohl Russland verantwortlich


Aktualisiert am 01.09.2026 – 10:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Polizisten gehen über eine Wiese auf dem Gelände des Flughafen-Leipzig. (Archivbild) (Quelle: Sebastian Willnow)

Die mit Sprengstoff beladene Drohne sollte wohl ein ukrainisches Frachtflugzeug in Leipzig treffen. Offenbar führt die Spur zu einem russischen Geheimdienst.

Die Bundesregierung will Russland offenbar für den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich machen. Nach Informationen der „Bild“ haben sich die Erkenntnisse der Ermittler so weit verdichtet, dass der Vorfall einem russischen Geheimdienst zugeschrieben werden soll. Offiziell bestätigt ist diese Einschätzung bislang nicht.

Die Drohne war am Abend des 4. August auf das Gelände des Flughafens gelangt. Nach späteren Medienberichten soll sie gezielt gegen den Flügel einer dort abgestellten Frachtmaschine der ukrainischen Fluggesellschaft Antonow geflogen und anschließend zu Boden gefallen sein. An dem Fluggerät war nach „Bild“-Informationen ein Sprengsatz mit rund 600 Gramm Sprengstoff befestigt. Der Zünder versagte, verletzt wurde niemand. Zum Zeitpunkt des Vorfalls war das Flugzeug nach Angaben des Bundesinnenministeriums nicht beladen.

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Minister wollen über den Fall informieren

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) wollen nach „Bild“-Informationen noch am Dienstag vor die Presse treten. Wadephul unterbreche dafür eine Dienstreise. Der Außenminister wollte ursprünglich an einem Treffen seiner europäischen Amtskollegen in Irland teilnehmen.

Noch am Montag hatte die Bundesregierung eine Schuldzuweisung vermieden. Eine solche werde erst vorgenommen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen und mögliche Maßnahmen abgestimmt seien, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Es gebe bei dem Thema „zu viel Spekulation“. Eine Zuordnung müsse „umfassend“ schlüssig sein.

Wadephul kündigte am Dienstag eine überlegte, aber entschlossene Reaktion an. „Von unserer Seite gibt es keine Überreaktionen, aber Reaktionen, wenn wir angegriffen werden“, sagte er in Algier. Im ZDF-„Morgenmagazin“ stellte er eine „konsequente Antwort der Bundesregierung“ in Aussicht, betonte jedoch, die Erkenntnisse und mögliche Konsequenzen müssten sorgfältig geprüft und abgestimmt werden.

Dobrindt hatte bereits kurz nach dem Fund von einem „hybriden Anschlagsszenario“ und einer neuen Gefahrenqualität gesprochen. Wer hinter dem Vorfall steckt, ließ er damals offen.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nannte am Sonntag noch keinen Verantwortlichen. Er kündigte jedoch eine baldige Reaktion an. Innerhalb der Bundesregierung gebe es eine „weitgehende Einigung“, sagte er im ARD-„Sommerinterview“. Das weitere Vorgehen werde mit den Partnern in der EU und der Nato abgestimmt.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim Sommer-Interview. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)
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