Gefahr gebannt
Fliegerbombe in Bahrenfeld erfolgreich entschärft
Aktualisiert am 10.09.2026 – 00:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Auf einer Baustelle in Hamburg-Bahrenfeld taucht eine 500-Pfund-Bombe auf – bewegt, scharf, mit Langzeitzünder. 2.500 Menschen werden evakuiert.
Eine englische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Mittwochabend in Hamburg-Bahrenfeld erfolgreich entschärft worden. Das teilte die Feuerwehr am späten Abend mit. Die Sperrungen wurden daraufhin aufgehoben, der Zugverkehr wieder freigegeben.
Die 500 Pfund schwere Bombe war bei Bauarbeiten am S-Bahnhof Diebsteich entdeckt worden – dort, wo derzeit der neue Bahnhof Altona entsteht. Besonders heikel: Die Bombe war mit einem chemischen Langzeitzünder versehen. Solche Zünder waren ursprünglich dafür konstruiert worden, eine Bombe erst Stunden oder sogar Tage nach dem Abwurf zur Explosion zu bringen. Da die Bombe zudem bereits bewegt worden war, bestand nach Angaben der Feuerwehr eine akute Explosionsgefahr.
2.500 Anwohner evakuiert, 20.000 weitere in Sicherheit gebracht
Für die Entschärfung mussten rund 2.500 Menschen im Umkreis von 400 Metern ihre Wohnungen verlassen. In zwei Schulen und einer Halle wurden Notunterkünfte eingerichtet. Etwa 20.000 weitere Anwohner im erweiterten Warnradius wurden aufgefordert, sich von Fenstern und Glastüren fernzuhalten und sich in hintere Räume zurückzuziehen.
Die Fundstelle liegt an einer wichtigen Bahnstrecke, die Hamburg mit dem Norden und Westen Schleswig-Holsteins verbindet. Der Zugverkehr war dadurch erheblich gestört – im S-Bahn- und Fernverkehr kam es zu zahlreichen Ausfällen. Auch die Verbindungsbahn zwischen dem Bahnhof Altona und dem Hamburger Hauptbahnhof war gesperrt.
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Fern- und Regionalzüge aus Richtung Süden endeten vorzeitig am Hauptbahnhof sowie in Hamburg-Harburg. Die Deutsche Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Taxis für S-Bahn-Fahrgäste im Raum Altona ein; zwischen Pinneberg und Altona fuhren Ersatzbusse für Fernreisende.
Mehr als 80 Jahre nach Kriegsende werden in Hamburg noch immer Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Die Blindgänger sind seinerzeit in den oft weichen Boden eingedrungen, ohne zu explodieren. Bei Bauarbeiten werden zwar regelmäßig Sondierungen vorgenommen – doch nicht jeder Fund lässt sich vorhersehen.
