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Home » Bohrungen im Erzgebirge starten – 700 Tonnen Indium
Wirtschaft

Bohrungen im Erzgebirge starten – 700 Tonnen Indium

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 14, 2026
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Bohrungen im Erzgebirge starten – 700 Tonnen Indium

700 Tonnen Indium-Metall

Seltene Erden in Deutschland: Bohrungen beginnen

14.07.2026 – 17:35 UhrLesedauer: 2 Min.

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Arbeiten für eine Tiefbohrung zur Erkundung einer Zinn-Lagerstätte im Wald bei Tellerhäuser. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa)

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Mikroorganismen sollen dabei helfen, seltene Erden unter Tage aus dem Gestein zu lösen. Forschende der TU Freiberg planen eine Pilotanlage im Erzgebirge.

Die geplante Pilotanlage zum Abbau von Indium im Erzgebirge ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Nach Angaben des Freiberger Bergbauunternehmens Saxore, das das Vorhaben als Industriepartner der Forscher der TU Bergakademie Freiberg vorantreibt, haben unter Tage in Pöhla die ersten Probebohrungen stattgefunden.

In insgesamt zehn Bohrungen sind während der vergangenen zwei Wochen demnach Bohrkerne mit einer Gesamtlänge von 130 Metern im Besucherbergwerk Zinnkammern Pöhla entnommen worden. Jenseits des Besucherbergwerks im benachbarten Tellerhäuser plant Saxore bereits seit Jahren ein komplett untertägiges Zinnbergwerk ohne sichtbare Halden und Aufbereitung.

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Hintergrund der Probebohrungen in Pöhla ist die Erforschung eines neuartigen Abbauverfahrens, bei dem Seltene Erden mit Hilfe von Mikroorganismen durch sogenannte „Biolaugung“ direkt aus dem Gestein gelöst und anschließend aus der Flüssigkeit gewonnen werden können. Vorteil des Verfahrens ist, dass auf Abbaumethoden wie Sprengungen unter Tage komplett verzichtet werden kann, erklärte Saxore-Sprecher Axel Kunz.

700 Tonnen Indium-Metall in Lagerstätte im Erzgebirge

Die Forschung ist Teil des EU-Projekts „Xtract“ zu nachhaltigen Lösungen für den Bergbau der Zukunft. Beteiligt sind daran 14 Partner aus neun Ländern. Die EU unterstützt das Projekt mit fünf Millionen Euro. Ziel der Forschung im Erzgebirge ist eine Pilotanlage zum Abbau des Rohstoffs im größeren Maßstab. Diese soll nach Auswertung der Bohrkerne nun vor Ort als Nächstes entstehen, teilt das Unternehmen Saxore mit. Im Labor seien die Prozesse bereits erfolgreich erprobt worden, teilte die TU zuletzt mit.

Eine Vorerkundung habe nach Angaben von Saxore vor Ort bereits erhöhte Indiumgehalte nachweisen können. Das Unternehmen bezeichnet das Metall, das unter anderem in Halbleitern und Photovoltaik-Technologie eingesetzt wird, als „Schlüssel-Metall für Zukunftstechnologien“. In der Lagerstätte Tellerhäuser liegen nach Unternehmensangaben schätzungsweise 700 Tonnen Indium-Metall. Es zählt damit zu den weltweit bedeutendsten Indium-Ressourcen.

Nach wie vor warte das Unternehmen auf die Genehmigung des sogenannten Rahmenbetriebsplans für das geplante unterirdische Bergwerk durch das Oberbergamt Freiberg, sagte Saxore-Sprecher Kunz. Geschäftsführer Matthias Faust hatte einen ersten Probebetrieb zuletzt frühestens für 2029 avisiert und eine Jahresproduktion von 500.000 Tonnen Zinn-Erz als Ziel genannt. Daraus könnten etwa 2.500 Tonnen Zinn gewonnen werden

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