Es ist kein Propeller
Das steckt wirklich hinter dem BMW-Logo
Aktualisiert am 01.04.2026 – 07:11 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein weltbekanntes Logo birgt eine hartnäckige Legende: Ist das BMW-Emblem tatsächlich ein stilisierter Propeller? Die Antwort liegt überraschend woanders.
Ein Logo, das Millionen Menschen kennen – und um dessen Bedeutung dennoch kaum jemand weiß: Das Emblem des Autobauers BMW ist weltweit präsent. Seine runde Form, die vier Farbfelder in Weiß und Blau und der umlaufende Schriftzug sind seit Jahrzehnten beinahe unverändert. Und dennoch rankt sich um das Design eine hartnäckige Deutung: Viele glauben, es handele sich um einen stilisierten Propeller. Doch stimmt das wirklich?
Die Geschichte der Bayerischen Motoren Werke beginnt 1917. In jenem Jahr wird aus dem Flugmotorenbauer Rapp Motorenwerke die neue Marke BMW mit Sitz in München. Die technische Ausstattung und die Belegschaft bleiben zunächst unverändert, ein Unternehmenslogo fehlt anfangs jedoch. Auch die erste Werbeanzeige verzichtet auf ein Symbol. Stattdessen zeigt sie, was geplant ist: BMW will Motoren nicht nur für Flugzeuge, sondern auch für Automobile, Landmaschinen und Boote anbieten.
Am 5. Oktober 1917 wird schließlich das erste BMW-Logo eingetragen – und übernimmt die runde Grundform des vorherigen Rapp-Logos. Im äußeren Ring stehen die Buchstaben B, M und W, begrenzt von goldenen Linien. Im Zentrum: vier Farbfelder in Weiß und Blau.
Die Farbwahl ist kein Zufall. Weiß und Blau sind die Farben des Freistaats Bayern – der Heimat von BMW. Allerdings zeigt das Logo die Farben in umgekehrter Reihenfolge, zumindest wenn man das Emblem – wie in der Heraldik (Wappenkunde) üblich – von links oben im Uhrzeigersinn liest. Der Grund ist juristischer Natur: Das Markenschutzgesetz verbietet es damals, staatliche Hoheitszeichen wie Wappen als Firmenlogo zu verwenden. Die Lösung: ein grafisch abstrahiertes Farbspiel, das auf Bayern anspielt – aber keine offiziellen Symbole nutzt.
Dass sich später viele Menschen beim Anblick des Logos an einen Flugzeugpropeller erinnert fühlten, hat mit einer Werbeidee zu tun – und mit dem Zeitgeist. Im Jahr 1929 bewirbt BMW einen neuen Flugzeugmotor, gebaut in Lizenz von Pratt & Whitney. Auf einer Anzeige ist ein Flugzeug zu sehen, dessen sich drehender Propeller das BMW-Logo trägt. Der Zusammenhang liegt nahe – zumindest visuell. Das Emblem scheint sich im Rotor zu drehen.
Diese Darstellung prägt sich ein. Der sogenannte „Propeller-Mythos“ ist geboren. Eine Interpretation, die gut ins Selbstverständnis der Marke passt: BMW war zu diesem Zeitpunkt noch stark mit dem Flugzeugbau verbunden, auch wenn bereits seit 1923 Motorräder und ab 1928 auch Autos zum Programm gehörten.










