Eine sichere Vorhersage für einzelne Menschen erlaubt der Marker bislang jedoch nicht. In der Studie erkrankten zwar Frauen mit höheren p-tau217-Werten im Durchschnitt häufiger später an Demenz, doch das galt nicht für jede einzelne Teilnehmerin: Einige mit hohen Werten blieben gesund, andere mit niedrigeren Werten entwickelten dennoch eine Demenz. Der Blutwert eignet sich daher derzeit eher zur Risikoeinschätzung auf Gruppenebene als zur individuellen Diagnose.
Nichtsdestotrotz nennt der Neurologe Masud Husain von der University of Oxford die Studie, an der er selbst nicht beteiligt war, beim britischen Science Media Center „beeindruckend“. „Diese Resultate unterstützen die wachsende Evidenz dafür, dass die Messung von p-tau217 im Blut ein wichtiger Weg sein könnte, um Menschen zu identifizieren, die ein besonders hohes Demenzrisiko haben – und zwar Jahre bevor eine Diagnose gestellt wird.“
In der Tat sprechen inzwischen mehrere Studien für die Eignung von p-tau217 als frühem Blutmarker für Alzheimer. Andere Forschungsarbeiten deuten zudem darauf hin, dass sich anhand dieses Biomarkers sogar der Zeitpunkt des erwarteten Symptombeginns relativ genau abschätzen lässt. In einer entsprechenden Untersuchung lagen die Vorhersagen im Mittel nur etwa drei bis vier Jahre neben dem tatsächlichen Symptombeginn.
