Rückschlag für SpaceX-Konkurrent
Bezos-Rakete setzt Satellit in falscher Umlaufbahn aus
20.04.2026 – 12:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Schwerlastrakete „New Glenn“ von Amazon-Gründer Jeff Bezos hat am Wochenende ein wichtiges Ziel geschafft. Aber eine Sache ging schief.
Blue Origin von US-Milliardär Jeff Bezos hat erstmals den Antrieb seiner Rakete „New Glenn“ wiederverwendet, wie Livestream-Aufnahmen zeigten. Damit gelang dem privaten Raumfahrtunternehmen ein Fortschritt im Wettbewerb mit dem Konkurrenten SpaceX. Bei der Mission lief aber nicht alles nach Plan.
Der Antrieb der riesigen Rakete sei am Sonntag wiederverwendet und danach erneut geborgen worden, teilte Blue Origin mit. Die aus Cape Canaveral im Bundesstaat Florida gestartete Rakete brachte demnach einen Kommunikationssatelliten für das Unternehmen AST Space Mobile ins All.
Nachdem sich die erste Stufe mit dem Satelliten von der zweiten Stufe der Rakete getrennt habe, sei der Raketenantrieb wie geplant auf einer im Atlantik treibenden Plattform gelandet, erklärte Blue Origin.
Bei den zwei bisherigen Starts der „New Glenn“ musste jeweils ein neuer Antrieb verwendet werden. Dank der Wiederverwendung des Antriebs könnte Blue Origin die Zahl der Raketenstarts erhöhen.
Der von der Rakete ins All beförderte Satellit gelangte aber nicht in die richtige Umlaufbahn. Die genauen Hintergründe seien noch unklar, teilte Blue Origin mit. „Wir untersuchen das derzeit und werden ein Update geben, wenn wir detailliertere Informationen haben.“
Ein erster Versuch, den Raketenantrieb nach Benutzung zu bergen, war im Januar des vergangenen Jahres gescheitert. Im November gelang das Manöver und mit dem Start am Wochenende klappte nun erstmals auch die Wiederverwendung.
Die 98 Meter lange Rakete „New Glenn“ spielt eine zentrale Rolle bei Bezos‘ Raumfahrtambitionen. Mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX von US-Milliardär Elon Musk, das bereits seit Jahren Raketenantriebe wiederverwendet, konkurriert Blue Origin als Dienstleister für die Nasa bei ihrem Mondfahrt-Programm Artemis. Beide Firmen arbeiten für die US-Raumfahrtbehörde an einem Mondlandefahrzeug.
Für die bemannte Mission Artemis 2, bei der vier Astronauten Anfang des Monats den Mond umrundeten, wurde allerdings eine SLS-Trägerrakete von SpaceX genutzt. Eine erneute Mondlandung gut ein halbes Jahrhundert nach den Apollo-Missionen der Nasa ist für 2028 geplant. Damit wollen die USA ihrem Konkurrenten China zuvorkommen.
