Gute Wundheilung
Darf man Blasen aufstechen oder nicht?
Aktualisiert am 11.03.2026 – 07:59 UhrLesedauer: 4 Min.
Blasen am Fuß sind schmerzhaft und störend. Groß ist die Verlockung, sie aufzustechen. Doch ist das wirklich eine gute Idee?
Beim Sport, nach einer langen Wanderung oder in einem neuen Paar Schuhe: Reibt es an der Haut, entstehen Blasen. Damit sie gut verheilen können und sich nicht entzünden, kann man ein paar Tipps beherzigen. Auf das Aufstechen sollte man verzichten. Warum, das verrät ein Dermatologe.
Blasen am Fuß entstehen durch Druck, Reibung oder Feuchtigkeit. Ein neues Paar Schuhe, ungewohnt lange Gehstrecken, faltenwerfende Socken, aber auch Schwitzen im Schuh gehören zu den häufigsten Blasenursachen. Blasen an Ferse, Zehen oder Ballen sind oftmals sehr schmerzhaft und machen das Gehen unangenehm. Doch sie haben eine wichtige Funktion.
„Blasenbildung ist eine natürliche Schutzfunktion des Körpers. Sie nimmt den Druck von der betroffenen Hautstelle und wirkt zugleich wie ein Pflaster. Die Blase schützt die darunterliegende Haut vor Keimen und Schmutz“, erklärt Dr. Christoph Liebich, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten der Hautarztpraxis Dermazent in München.
Die Haut besteht aus drei Schichten:
Ist die Haut an einer Stelle andauernder Reibung oder Druck ausgesetzt, lösen sich diese Hautschichten voneinander. In dem neu entstandenen Hohlraum bildet sich Wundflüssigkeit und die Blase wird sichtbar – und spürbar. Je tiefer die Blase in die Haut reicht, desto scherzhafter ist sie. Manche tiefen Blasen sind sogar mit Blut gefüllt.
Blasen an den Füßen sind häufiger als an den Händen. Die Hände sind vor allem dann betroffen, wenn man ungewohnte handwerkliche Tätigkeiten ausführt oder nach einem langen Winter im Garten erstmals wieder die Heckenschere in die Hand nimmt. Oftmals sind Blasen auch die Folge einer Verbrennung, etwa am Backofen oder Bügeleisen. Schmerzhaft und störend sind sie sowohl am Fuß als auch an der Hand. Aufstechen sollte man sie aber nicht.
„Mit dem Öffnen der Blase geht ihre Schutzfunktion verloren. Die Wundflüssigkeit, welche die Wunde feucht hält und vor weiteren Schäden schützt, fließt ab. Die wunde Hautstelle ist nicht mehr vor Reibung geschützt. Außerdem können Keime in die ‚Hauttasche‘ gelangen. Das Risiko für Infektionen steigt, da sich die Erreger darin gut vermehren können“, sagt Liebich.
Sofern möglich, sollte man das Schuhwerk wechseln und auch in den Tagen der Heilung zu bequemen Schuhen greifen. Im Sommer sind Sandalen gut geeignet, welche die betroffene Hautstelle freilassen. Über die Blase klebt man am besten ein weiches Pflaster. Es gibt spezielle Blasenpflaster, die ein schützendes Gelposter bilden und zudem überschüssige Flüssigkeit aufnehmen, etwa mit Hydrokolloiden. Das schützt die Haut vor weiterer Belastung.











