Ausnahmezustand
So angespannt war der Samstag in Dresden
Aktualisiert am 14.02.2026 – 20:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Blockaden, Pfefferspray und Streit um den Polizeieinsatz: So verlief der Großeinsatz in Dresden.
Rund 1.000 Menschen zogen am Samstag bei einem rechtsextremen Aufmarsch durch Dresden – anlässlich des 81. Jahrestags der Bombardierung der Stadt. Mindestens dreimal so viele stellten sich ihnen entgegen. Die Veranstalter des Gegenprotests sprachen sogar von 5.000 Teilnehmern.
Diese versammelten sich größtenteils rund um den Postplatz und auf der Freiberger Straße, wo sich auch zwei kleine Sitzblockaden bildeten. Die Polizei ließ sie gewähren: Sie sah diese als Behinderung, nicht als Verhinderung des Aufmarsches. Größere Störaktionen unterbanden die Beamten allerdings. Räumpanzer und Wasserwerfer standen bereit, kamen aber nicht zum Einsatz.
Trotzdem gerieten Gegendemonstranten und Polizei mehrfach aneinander. Am Schwimmkomplex Freiberger Straße setzten Beamte etwa Pfefferspray ein, um einen Durchbruchversuch zu stoppen. An der Kreuzung am World Trade Center kam es zu Rangeleien und Faustschlägen auf Gesichtshöhe. Hier lesen Sie mehr.
Innenminister Armin Schuster (CDU) verteidigte das Vorgehen der Beamten. „Von den Demonstranten wurde erhebliche Gewalt eingesetzt“, sagte Schuster der „Sächsischen Zeitung“. Damit die angemeldeten Demonstrationen stattfinden können, müsse man „mit niedriger Einschreitschwelle“ auf Gewalt reagieren.
Der Mitorganisator des Gegenprotests, Matthias Lüth (SPD), kritisierte das Auftreten der Polizei hingegen scharf. „Erlaubte Spontankundgebungen unsererseits wurden ohne jede Vorwarnung und ohne Not gewaltvoll geräumt.“ Das gehe gegen jedes Verständnis von Versammlungsfreiheit. „Und der sächsische Innenminister bedankt sich dann noch bei der Polizei, dass sie den Neonazis den Weg frei geprügelt haben“, so der SPD-Politiker.










