Kultlokal-Gastwirt starb 1997
„Bierkönig“-Mord: Ermittler bitten um Mithilfe
Aktualisiert am 08.10.2026 – 07:41 UhrLesedauer: 3 Min.

Mindestens ein Unbekannter dringt nachts in die Finca des deutschen „Bierkönig“-Gründers Manfred Meisel ein und erschießt drei Menschen. Mithilfe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ wollen die Ermittler dem Mörder auf die Spur kommen.
Eine Mitarbeiterin entdeckte den achtjährigen Patrick im Schlafzimmer. Erschossen von einem bis heute unbekannten Täter. In derselben Nacht ermordete dieser auch Patricks Vater, Manfred Meisel, und die auf dem Grundstück lebende Tierpflegerin Claudia Leisten. Es ist ein Mordfall, der 1997 auf Mallorca und in Deutschland Bestürzung auslöste – und der Ermittler bis heute beschäftigt. Am Mittwochabend wagten sie in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ einen neuen Anlauf, den Fall endlich aufzuklären.
Die Tat ereignete sich in der Nacht auf den 12. November 1997: Der oder die Unbekannten betraten das Grundstück von Manfred Meisel, eine großzügige Finca auf Mallorca, im Ort S’Aranjassa, östlich von Palma. Der in Frankfurt am Main geborene Unternehmer war in den 1980er-Jahren nach Mallorca ausgewandert, übernahm dort das bereits 1988 eröffnete Lokal „Bierkönig“ und baute es aus. Das Partylokal ist bis heute bei Deutschen beliebt.
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Er brachte es schnell zu großem Erfolg – und wurde reich. Hatte Meisel Feinde? Wurde ihm sein florierendes Geschäft zum Verhängnis? Und warum wurden auch sein achtjähriger Sohn und die Tierpflegerin ermordet? Fragen, auf die Oberstaatsanwalt Dominik Mies und sein Ermittlerteam bislang keine Antworten haben. Mies stellt den Fall im ZDF vor und steht Moderator Rudi Cerne Rede und Antwort.

Zur Person
Dominik Mies (*1977) ist Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt und Pressesprecher der Behörde. Er wird am Mittwochabend im ZDF über den sogenannten „Bierkönig“-Mord sprechen.
„Ein Raubmord ist schlimm, ist grausam und schrecklich. Aber hinsichtlich der Grausamkeit geht nichts über die Tötung eines Kindes. Schlimmer geht es nicht“, so der Oberstaatsanwalt zu t-online. Auch darin liege die Motivation, nicht aufzugeben, immer weiter zu ermitteln – nun also mithilfe eines Millionenpublikums im ZDF.
„Bierkönig“-Mord bei „Aktenzeichen XY“: Säckeweise Geld
Dass in der Nacht auf den 12. November 1997 ein Raubüberfall eskaliert sein könnte, ist eine der möglichen Theorien im Mordfall Manfred Meisel. Der 49-Jährige hatte es als „Bierkönig“-Betreiber schnell zu Reichtum gebracht. „Er hat säckeweise Geld nach Hause getragen“, erklärt Mies – und zwar wortwörtlich: Meisel habe jeden Tag nach der Abrechnung im Bierkönig das eingenommene Geld in Müllsäcke verpackt und sei dann mit dem Auto zu seiner wenige Kilometer entfernten Finca nach S’Aranjassa gefahren. Dort habe er das Geld deponiert. „Das wussten einige auf Mallorca.“ Auch der luxuriöse Lebensstil des Deutschen könnte aufgefallen sein. „Er hat ganz ordentlich gelebt“, sagt Mies.