Ausflug nach Einbeck

Diese mittelalterliche Fachwerkstadt ist ein Muss für Bier-Fans


Aktualisiert am 27.03.2026 – 19:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Rathaus in Einbeck zur blauen Stunde: Die Stadt wrde im Mittelalter reich durch ihr Bier und die Braukunst (Archivbild). (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/KLAUS REIN/imago)

Eine lange Tradition im Bierbrauen machte die Stadt reich – das sieht man heute noch in Einbeck.

Wer durch die Fußgängerzone von Einbeck schlendert, sollte sich nicht nur die Auslagen in den Geschäften ansehen, sondern auch die Häuser. Die vielen Fachwerkbauten in der Innenstadt sind echte Augenweiden und zeugen noch heute von der einstigen Bedeutung und dem Wohlstand der Stadt.

Und dieser Reichtum war kein Zufall: Einbeck gehörte ab 1368 zur Hanse und fand in dem Handelsnetz einen enormen Absatzmarkt für das Bier, das in der Stadt gebraut wurde. Denn Einbeck – und darauf sind die Einwohner noch heute stolz – ist die Heimat des Bockbieres.

Dieses Starkbier soll 1351 in der Kleinstadt zwischen Harz und Weser erfunden worden sein. Es ist sehr kräftig und – so der Deutsche Brauerbund: „zeichnet sich durch Malzaromen mit feinen Röst-, Dörrobst- und Brotnoten aus“. Aber der größte Vorteil: Durch den hohen Alkoholgehalt ist das Starkbier länger haltbar. Das war praktisch, um es überallhin zu exportieren. Und so verkauften die Einbecker ihr Bockbier von Antwerpen bis nach Riga, von Stockholm bis nach München.

Heute wird zwar immer noch gebraut in der Stadt, aber von den 723 Brauereien, die es 1616 noch in der Stadt gab, sind nur sehr wenige übrig geblieben. Dennoch: Die Tradition lebt. Wer mehr über das Bier in und aus der Stadt wissen will, erfährt alles darüber auf dem Bierpfad, einer 2,3 Kilometer langen Strecke quer durch die Stadt, auf der die Geschichte erlebbar wird. Eine Spur aus Bierfass-Symbolen zeigt den Weg an.

Durchgängig sehenswert ist die historische Innenstadt. Ein Höhepunkt: das Rathaus, nach einem Brand im 16. Jahrhundert wurde es wenige Jahre später wieder aufgebaut. Es liegt direkt am Marktplatz und ist kaum zu verwechseln: Drei auffällige Türme zieren das Gebäude. Direkt daneben findet sich eines der ältesten Gebäude der Stadt, die Marktkirche St. Jacobi. Sie überstand den großen Brand des Rathauses. Das genaue Alter ist nicht ganz klar, allerdings gibt es eine sichere urkundliche Erwähnung der Kirche im Jahre 1327. Noch älter ist die Stiftskirche St. Alexandri, die über eine Attraktion verfügt: Deutschlands angeblich ältestes Chorgestühl, aus dem Jahre 1288.

Auch die alte Apotheke (1590) und das Brodhaus (1552), das angeblich älteste Wirtshaus Niedersachsens, befinden sich direkt am Marktplatz.

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