Laut Studie
Bei dieser Augenkrankheit sollten Sie auf hohe Kopfkissen verzichten
27.02.2026 – 11:50 UhrLesedauer: 3 Min.
Rückenschläfer mit Glaukom sollten womöglich besser auf hohe Kopfkissen verzichten. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie.
Für Menschen mit einem Glaukom (auch grüner Star genannt), die beim Schlafen die Rückenlage bevorzugen, ist es wahrscheinlich von Vorteil, nachts ohne Kopfkissen zu ruhen. Darauf deutet eine kürzlich in der Fachzeitschrift „British Journal of Ophthalmology“ veröffentlichte Studie hin. Demnach kann eine erhöhte Kopflagerung den Augeninnendruck eher steigern, statt ihn, wie bislang angenommen, zu senken.
Ein Glaukom ist eine chronische Augenerkrankung, bei der der Sehnerv zunehmend geschädigt wird. Hauptrisikofaktor ist ein erhöhter Augeninnendruck. Dieser entsteht meist, wenn das Kammerwasser, das den Hohlraum zwischen Linse und Hornhaut füllt, im Auge nicht richtig abfließen kann. Ohne frühzeitige Behandlung drohen Gesichtsfeldausfälle bis hin zur Erblindung.
Der Augeninnendruck schwankt für gewöhnlich im Tagesverlauf und ist nachts beziehungsweise in den frühen Morgenstunden in der Regel am höchsten. Dabei steigt der Druck insbesondere beim Hinlegen, wenn der Körper aus der aufrechten Position ins Liegen wechselt. Eine halb liegende Position mit deutlich erhöhtem Oberkörper beim Schlafen könnte dabei helfen, das Ansteigen des Augeninnendrucks in der Nacht zu vermeiden, ist jedoch nicht allzu komfortabel.
Aus früheren Untersuchungen war bekannt, dass der Innendruck im Vergleich zur flachen Rückenlage bei Seitenschläfern um etwa 1,5 bis 3,2 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) und bei Bauchschläfern um etwa 5 mmHg erhöht ist. Die Forscher wollten deshalb untersuchen, ob es genügt, den Kopf in Rückenlage höher zu lagern, statt mit deutlich erhöhtem Oberkörper zu schlafen. Denn auch vorübergehende Druckerhöhungen können dazu beitragen, den Sehnerv weiter zu schädigen.
Das Forschungsteam um Tong Liu vom Eye Center der Zhejiang-Universität in China untersuchte 144 Menschen mit verschiedenen Glaukomformen, darunter Offenwinkel- und Normaldruckglaukom. Über 24 Stunden wurde bei den Testpersonen alle zwei Stunden der Augeninnendruck gemessen.
Nachts schliefen die Teilnehmer zunächst ohne Kissen flach auf dem Rücken. Anschließend wurde der Kopf mithilfe von zwei Kissen um 20 bis 35 Grad angehoben. Zehn Minuten später erfolgte erneut eine Messung.
Bei 67 Prozent der Probanden stieg der Augeninnendruck bei erhöhtem Kopf signifikant an, im Schnitt um 1,61 mmHg. Gleichzeitig sank der sogenannte okuläre Perfusionsdruck. Dieser Wert gibt an, wie gut der Sehnerv mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Ein niedrigerer Wert bedeutet eine schlechtere Durchblutung.
