Touristentradition zerstörte es
Neue Hoden: Mailänder verspotten Stier-Mosaik
02.06.2026 – 08:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein berühmtes Bodenmosaik in Mailand ist restauriert, nachdem eine Touristentradition ihm arg zugesetzt hatte. Die Mailänder finden nicht, dass die Arbeit gut gelungen ist.
In Mailands historischem Einkaufszentrum Viktor-Emanuel-II.-Galerie ist das weltberühmte Stier-Mosaik restauriert worden. Die Darstellung hatte unter einer ungewöhnlichen Tradition gelitten. Besucher drehen auf den Hoden der Stierdarstellung mit der Ferse eine Pirouette. Das soll der Legende nach Glück bringen und eine Rückkehr nach Mailand garantieren. Die kleinen rosa Steinchen nutzte das ständige Kreiseln jedoch völlig ab, am Ende war an der Stelle nur noch ein Loch, berichten lokale Medien.
Im Vergleich zum alten Zustand von 2017, damals war das Mosaik zuletzt erneuert worden, fällt jedoch sofort ein Unterschied ins Auge. Während die Hoden des Stiers im Original durch ihre rote Färbung deutlich hervorstachen, so die Tageszeitung „Corriere“, scheinen sie nach der Restaurierung nahezu „verschwunden“ zu sein. Grund dafür sei eine wesentlich dezentere und neutralere Farbgebung, die laut der Zeitung mehr den Vorstellungen der Stadtverwaltung entsprochen haben soll. Sie spaltet die Gemüter.
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„Ich möchte mich nicht in einer Hodendiskussion verlieren“
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Stadtrat Marco Granelli postete stolz ein Foto des restaurierten Mosaiks. Mit den Reaktionen darauf hatte er womöglich aber nicht gerechnet. Viele sind unzufrieden mit der Farbgebung. „Das Ergebnis ist offen gesagt enttäuschend. Das können Kindergartenkinder besser. Sie wissen wenigstens, wie man Farben mischt“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Ein anderer kommentiert: „Ich möchte mich nicht in Hodendiskussionen verlieren, aber ich erinnere mich nicht daran, dass der Stier in der Galeria vorher auch einen Furz abließ“. Die blauen Mosaiksteine, die sich unter dem Hinterteil des Stiers deutlich abzeichnen und sehr hell verfugt sind, ärgern auch andere: „Da hat der Restaurator wohl einfach ein paar alte Poolfliesen verwendet“.


Kurioserweise steht der Stier eigentlich für die Stadt Turin, nicht für Mailand. Während der Arbeiten wichen manche Besucher auf ein benachbartes Mosaik aus, berichten Besucher des Einkaufszentrums, das 1867 erbaut wurde. Dort ist eine Wölfin dargestellt, die allerdings wiederum Rom symbolisiert.










