13.30 Uhr: Die Unternehmen in Berlin erwarten wegen des Stromausfalls in der Hauptstadt schwere wirtschaftliche Folgen. „Wir rechnen mit Schäden in Millionenhöhe an Anlagen und Maschinen und durch hohe Umsatzausfälle“, teilte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB), Alexander Schirp, mit. Der Stromausfall führe zu extremen Belastungen für die Unternehmen.
Der Verband hält einen besseren Schutz sensibler Anlagen für nötig. „Der Stromausfall zeigt, dass unsere Infrastruktur nicht ausreichend und zeitgemäß gegen Angriffe und Unfälle geschützt ist“, sagte Schirp. „Das ist ein ernstes Problem und schürt Unsicherheit in der Wirtschaft.“ Es müsse bessere Konzepte für den Schutz und Reaktionspläne für den Krisenfall geben.
13 Uhr: Ein Großteil der rund 10.000 Haushalte und 300 Gewerbe in Lichterfelde sind laut Stromnetz Berlin inzwischen wieder mit Strom versorgt. „Einige wenige Haushalte im Ortsteil Lichterfelde, westlich vom Teltowkanal, sind an ein weiterhin nicht versorgtes Umspannwerk aus dem Ortsteil Zehlendorf angeschlossen und daher noch ohne Stromversorgung“, teilt das Unternehmen mit.
12.30 Uhr: Die Krankenhäuser im Berliner Südwesten sind nach dem Stromausfall wieder am Netz. Dies geht aus einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege hervor.
Das Helios Klinikum Emil von Behring und das Evangelische Krankenhaus Hubertus haben ihre Stromversorgung wiederhergestellt. Auch das Krankenhaus Waldfriede und das Immanuel-Kant-Krankenhaus sind wieder am Netz. Der Anschluss des Theodor-Wenzel-Werks sollte bald erfolgen.
Laut der Senatsverwaltung konnte durch eine koordinierte Arbeit des Krisenstabs und die Unterstützung von Charité und Vivantes eine Evakuierung vermieden werden. Zahlreiche Pflegeeinrichtungen und pflegebedürftige Personen in der eigenen Häuslichkeit waren ebenfalls betroffen. Welche Auswirkungen der Stromausfall auf die Kliniken hatte, ist bislang unklar.
11 Uhr: Wegen des Stromausfalls in Berlin sind der S-Bahn-Verkehr und der Regionalverkehr teilweise weiter unterbrochen. Die S1 (Oranienburg – Wannsee) fahre aufgrund des Ausfalls der Stromversorgung und eines Stellwerksausfalls zwischen Zehlendorf und Wannsee nicht, teilte die S-Bahn Berlin mit.
Die S7 (Ahrensfelde – Potsdam) sei zwischen Charlottenburg und Potsdam Hauptbahnhof unterbrochen. Fahrgäste können einen Ersatzverkehr mit Bussen nutzen. Auch die Regionalexpress-Linien RE1 und RE7 seien davon betroffen.
Die Linie S7 fährt von Ahrensfelde nach Charlottenburg. Die S-Bahn empfiehlt, zwischen Charlottenburg und Messe Süd mit der S3 oder der S9 zu fahren. Für die S7 ist zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Grunewald über Messe Süd ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, für die S1 zwischen Wannsee und Zehlendorf. Die Haltestellen sind auf der Webseite der S-Bahn Berlin aufgeführt.
9.30 Uhr: Eigentlich sollte der Unterricht nach den Weihnachtsferien am Montag wieder beginnen, einen normalen Schulalltag dürfte es aber in den meisten Einrichtungen in den nächsten Tagen nicht geben. Auch die Kitas sind betroffen.
Von einer allgemeinen Schulschließung wollte Zehlendorfs Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg nicht sprechen. „Aber wenn Sie die Möglichkeit haben, ihre Kinder zu jemand anderem zu bringen, selbst noch zu verreisen oder die Tage woanders zu überbrücken, dann ist es nicht das Problem, dass die Kinder dann nicht zur Schule gehen“, sagte Schellenberg am Samstagabend in der RBB-„Abendschau“. Es werde mit Sicherheit keinen regulären Schulbetrieb geben.
Der Deutschen Presse-Agentur lag zudem ein Schreiben einer Schule in Lichterfelde an die Eltern vor, laut dem die Einrichtung am Montag geschlossen bleibt. „Wenn Sie momentan mit Ihren Kindern im Warmen und im Hellen sind und dort auch noch bleiben wollen/können, tun Sie das bitte. Wir rechnen momentan damit, dass die Schule frühestens am Donnerstag wieder offen sein wird“, hieß es in der Mail von Samstag weiter.
Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Tim Richter sagte am Sonntag, der Bezirk sei bemüht, alternative Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu finden, deren Eltern selbst keine Betreuung ermöglichen können.
8 Uhr: Der massive Stromausfall hält auch am Sonntag weiter an. In der Nacht wurden jedoch knapp 7.000 Bewohner wieder an das Netz angeschlossen, teilte der Betreiber mit. Dennoch fehlt weiterhin mehr als 35.000 Menschen der Strom. Mehr dazu hier.
21 Uhr: Polizei und Feuerwehr sind die ganze Nacht über im Einsatz und ansprechbar, teilen die Beamten via X mit.
20.20 Uhr: Eine weitere Notunterkunft ist im Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf zu finden (Teltower Damm 18, 14169 Berlin). Der Eingang befindet sich an der Kirchstraße 1/3.
19.40 Uhr: Die Polizei hat mehrere Lichtmasten errichtet. An diesen stehen Beamte einer Spezialeinheit zur Verfügung, um für Sicherheit zu sorgen, Fragen zu beantworten oder anderweitig zu unterstützen. Die Lichtmasten sind aufgestellt an folgenden Orten: S-Bhf. Osdorfer Str., Thermometersiedlung, Spanische Allee/Schopenhauerstr., Potsdamer Chaussee/Spanische Allee und Heinrich-Albertz-Platz. Eine mobile Wache ist am Sderotplatz positioniert.
Weitere Notunterkunft in Sporthalle von Grundschule
19.30 Uhr: Eine weitere Notunterkunft ist in der Sporthalle der Zinnowwald Grundschule in der Wilskistraße 78 (14163 Berlin) eingerichtet. Dort sind Feldbetten aufgebaut.
18.30 Uhr: Um sich aufzuwärmen, können Betroffene im Gemeindehaus der Emmaus-Kirchengemeinde (Onkel-Tom-Str. 80, 14169 Berlin) am Samstag von 19 bis 22 Uhr unterkommen sowie am Sonntag ab 9.30 Uhr. Dort können auch Handys aufgeladen werden und es gibt etwas Warmes zu trinken, teilt das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf mit. Das Matthäus-Gemeindehaus am Steglitzer Kreisel bietet am Sonntag 50 Menschen von 8 bis 20 Uhr eine Anlaufstelle.
18 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner dringt auf schnelle Aufklärung des Brandes, der den Stromausfall im Süden von Berlin verursacht hat. Der Stromausfall sei für die Betroffenen eine enorme Belastung. „Der Schutz unserer kritischen Infrastruktur hat für den Senat oberste Priorität“, schrieb der CDU-Politiker auf der Plattform X. „Wir unterstützen die laufenden Arbeiten und die Ermittlungen zur Ursache des Brandes mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.“
17.30 Uhr: Mit Einsetzen der Dämmerung will die Polizei bestimmte Bereiche in dem betroffenen Gebiet ausleuchten. In der Dunkelheit wollen die Beamten verstärkt Streife fahren. 300 Polizisten seien zusätzlich im Einsatz.
Erste Notunterkunft eingerichtet
17.25 Uhr: Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat eine erste Notunterkunft für Betroffene eingerichtet. Sie befindet sich im Cole-Sports-Center, Hüttenweg 43, 14169 Berlin. Weitere Unterkünfte sollen im Laufe des Abends folgen.
17.05 Uhr: Dem Staatsschutz des Landeskriminalamtes liegt ein Bekennerschreiber vor. Dessen Echtheit werde nun geprüft, teilte die Polizei auf der Plattform X mit.
16 Uhr: Die Polizei Berlin bittet Zeugen, die in den frühen Morgenstunden Auffälliges im Bereich der Bremer Straße in Lichterfelde bemerkt haben, sich zu melden. Ein Hinweistelefon ist eingerichtet unter 030/4664-952101.
15.30 Uhr: Der Betreiber Stromnetz Berlin hofft, 10.000 Haushalte in Lichterfelde ab Samstagabend aus anderen Netzteilen wieder versorgen zu können. Die übrigen 35.000 Kunden müssen auf die Reparatur des Netzes warten, die auch wegen des Winterwetters ungewöhnlich komplex ist. Sie benötigt nach Einschätzung des Betreibers bis Donnerstagnachmittag.
10 Uhr: Pflegeheim- und Krankenhausbetreiber beginnen, ihre Heime zu evakuieren.
8.30 Uhr: Die Polizei teilt mit, dass sie wegen des Verdachts der Brandstiftung ermittelt. Die Kriminalpolizei übernehme die Ermittlungen, sagt ein Sprecher vor Ort.
8 Uhr: In zahlreichen Häusern und Wohnungen ist in der Folge des Brandes der Strom ausgefallen, Heizungen funktionieren nicht. Auch das Internet geht nicht, die Handys haben kein Netz. Die Ampeln in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde sind ausgefallen, die Supermärkte geschlossen. Die Polizei ist mit Lautsprecherwagen unterwegs und informiert die Anwohner mit Ansagen.
6.45 Uhr: Ein Zeuge alarmiert die Polizei zu einem Brand in Lichterfelde – mehrere Kabel einer Kabelbrücke brennen. Die Feuerwehr löscht den Brand.
