Lawine tötet fünf Deutsche
„Ich verstehe das nicht“: Ein Detail ist rätselhaft
Aktualisiert am 02.11.2025 – 14:29 UhrLesedauer: 3 Min.
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Eine Schneelawine reißt sieben deutsche Bergsteiger mit sich. Fünf Menschen sterben, darunter eine 17-Jährige mit ihrem Vater. Eine wichtige Frage bleibt offen.
Die Deutschen waren in drei unabhängigen Seilschaften unterwegs, als das Unglück gegen 16 Uhr in der Nordwand auf etwa 3.200 Metern Höhe geschah. Neben dem Vater-Tochter-Gespann kamen eine 21-jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 21 und 58 Jahren ums Leben.
Zwei weitere deutsche Bergsteiger überlebten die Lawine. Sie schlugen nach dem Unglück Alarm und wurden mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Bozen gebracht. Lebensgefahr besteht für sie nicht. Zur genauen Herkunft der Verunglückten wurde nichts bekannt, aus dem Auswärtigen Amt hieß es dazu nur, die deutsche Botschaft in Rom arbeite „mit Hochdruck“ daran, den Sachverhalt aufzuklären.
Die Bergwacht vermutet, dass die Lawine von der am höchsten gelegenen Seilschaft – dem Vater und seiner Tochter – ausgelöst wurde. Rätselhaft bleibt für die Retter der späte Aufstieg der Bergsteiger. „Ich verstehe das auch nicht“, sagte Olaf Reinstadler, Sprecher der Bergrettung Sulden, der Deutschen Presse-Agentur. „Die haben extrem lang nach oben gebraucht. Wenn man so spät am Nachmittag noch beim Aufstieg ist, wird das um diese Jahreszeit sehr schwierig. Der Abstieg hätte dann bis in die Nacht gedauert.“
Die Bergsteiger waren bereits am Morgen aufgebrochen. Nach Angaben der Bergrettung bestand keine besonders große Lawinengefahr. Möglicherweise löste sich die Lawine durch starke Verwehungen, weil der Neuschnee noch nicht ausreichend mit dem Untergrund verbunden war.
Bereits am Samstagabend hatte die Bergwacht die Hoffnung aufgegeben, dass die zu dem Zeitpunkt noch vermisste 17-Jährige und ihr Vater lebend gerettet werden könnten. Nach einem Lawinenunglück bleiben im Schnitt nur zwölf Minuten Zeit für eine Rettung, wie Klaus Burger von der Bayerischen Bergwacht t-online in einem bereits im August geführten Interview erzählte.
Der 69-Jährige Regionalleiter der Bergwacht Chiemgau wurde in den 90er-Jahren selbst schon einmal von einer Lawine verschüttet und überlebte, weil ihn seine Begleiter aus den Schneemassen zogen. „Man ist lebendig begraben“, schildert Burger das Gefühl unter der Schneedecke. „Man kann nichts bewegen, weder Arme noch Beine.“ Nur durch den Speichelfluss könne man überhaupt herausfinden, wo oben und wo unten ist.










