Ein ähnliches sportliches Trauma erlebte auch Müller 2012 beim Champions-League-Finale dahoam in der Münchner Arena. Der Angreifer hatte die Bayern damals – ebenfalls per Kopf – in der 83. Minute mit 1:0 in Führung gebracht. Nach dem Ausgleichstreffer, der dem FC Chelsea zwei Minuten vor dem Ende gelang, mussten er und die Bayern sich dann aber doch noch im Elfmeterschießen geschlagen geben.
Es gibt aber noch mehr Parallelen zwischen den beiden. Wie Müller ist auch Kögl, der aus Penzberg stammt, im Münchner Umland aufgewachsen. Beide waren beim Klub, auch aufgrund ihrer bodenständigen, bayerischen Art sowie ihrer frechen Spielweise absolute Publikumslieblinge.
Ist die Verbindung von Kögl zu Müller genau deshalb so erfolgreich? „Ich glaube, dass ich mich immer gut in Thomas hineinversetzen konnte, weil ich als junger Spieler einen ähnlich schnellen Aufstieg hatte“, sagte Kögl mal vor knapp sechs Jahren im Interview mit dem Klub-Magazin „51“ des FC Bayern. „Aber den Thomas musste man nie steuern, der wusste schon immer genau, was er will.“
Das gilt auch für die launigen Sprüche und Interviews, für die Müller bekannt ist. Kögl betont stets, dass Müller nie ein Medien-Coaching oder Ähnliches bekommen habe – weder von ihm noch von anderen Experten. Das sei nie notwendig gewesen. Denn: Müller war eben schon immer einfach Müller, vor und hinter den Kameras.
„Ich bin der Meinung, dass die Hauptfigur der Spieler ist und nicht sein Berater. Mit dieser Maxime bin ich seit 18 Jahren gut gefahren“, sagte Kögl, der nach seinem Karriereende 2001 die Seiten gewechselt hatte. „Mein Ziel war es auch nie, so laut zu trommeln, dass ich Marktführer werde, sondern dass ich wenigstens einen Spieler betreue, der eine ähnliche Karriere macht wie ich. Mit Thomas Müller hatte ich natürlich das Glück, dass er noch wesentlich mehr erreicht hat.“
