„Wir bedauern es sehr“

Beliebte Aktion: Haribo verlängert Pause


11.09.2026 – 08:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Haribo-Filiale im Rheinland (Archivfoto): Der Süßwarenhersteller ist bei Familien beliebt. (Quelle: /Christoph Hardt/imago)

Schon wieder nicht: Ein Klassiker im Kalender vieler Familien in der Region muss auch in diesem Jahr ausfallen. Was dahinter steckt und was stattdessen geplant ist.

Auch in diesem Herbst müssen Familien im Rheinland auf eine eigentlich so beliebte Tradition verzichten: Der Süßwarenhersteller Haribo hat die Kastanien-Sammelaktion, bei der Familien Gummibärchen für gesammelte Kastanien erhalten können, ein zweites Mal in Folge abgesagt. Das berichten der WDR und der Bonner „General-Anzeiger“ in dieser Woche.

Die Tauschaktion geht dabei auf das Jahr 1936 zurück. Firmengründer Hans Riegel lud damals Nachbarskinder dazu ein, Kastanien zu sammeln und gegen Haribo-Süßigkeiten zu tauschen – angeblich, weil er Futter für die Wildschweine auf seinem Anwesen brauchte.

Das Tauschverhältnis ist seit Langem festgelegt: 10 kg Kastanien oder 5 kg Eicheln ergeben ein Kilogramm gemischte Haribo-Süßigkeiten, wobei pro Person maximal 50 kg abgegeben werden dürfen. Aus dieser Geste wurde im Laufe der Jahre eine große, feste Institution im Rheinland.

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Krankheit unter Wildscheinen verhindert Haribo-Event

Wie auch im vergangenen Jahr ist die grassierende Afrikanische Schweinepest der Grund für die Absage des beliebten Events. Der WDR berichtet, dass die Krankheit unter Wildschweinen in der Region weiterhin verbreitet ist.

Problematisch ist dabei etwa Speichel, der an gesammelten Eicheln und Kastanien haftet und die Krankheit auf andere Tiere übertragen kann. Das ist auch deshalb relevant, weil Haribo die gesammelten Früchte normalerweise an Wildgehege und Tierparks weitergibt.

Statt Kastanien-Sammeln: Haribo plant Alternativ-Event für Familien aus dem Rheinland

Kastanien-Sammler vor dem Haribo-Werk in Bonn (Archivfoto): Die Aktion war alljährlich sehr beliebt. (Quelle: BEAUTIFUL SPORTS/Derix/imago)

Ganz ohne Engagement in der Region will Haribo die Kinder aber nicht lassen. Als Ausgleich für die ausfallende Sammelaktion hat sich der Süßwarenhersteller ein neues Projekt überlegt: In Bad Neuenahr-Ahrweiler im Ahrtal soll ein Haribo-Wald entstehen.

Die Stadt hat dafür eine mehr als zwei Hektar große Fläche bereitgestellt. Los gehen soll es im November dieses Jahres mit einer gemeinsamen Pflanzwoche, an der auch lokale Schulen beteiligt sind. Für ihren Einsatz erhalten die Schulen von Haribo eine finanzielle Unterstützung für das eigene Schulgelände.

Laut dem WDR äußerte sich die Haribo-Pressestelle zu dem Vorgang wie folgt: „Wir bedauern es sehr, dass die Kastanienaktion auch in 2026 nicht stattfinden kann. Die Kastanienaktion hat Generationen von Familien begleitet und war für viele ein fester Bestandteil des Herbstes. Gleichzeitig möchten wir den Kindern zeigen, dass ihr Engagement für die Natur weiterhin wichtig ist.“

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