Sonderregelungen in Thüringen

Thüringen ist das zweite Bundesland in Deutschland, in dem eine komplizierte Rechtslage zu Fronleichnam besteht. So gilt das katholische Hochfest in einigen Gemeinden und Städten der Landkreise Eichsfeld, Unstrut-Hainich-Kreis und Wartburgkreis als gesetzlicher Feiertag.

In den übrigen Ländern und Regionen gibt es Sonderregelungen, wie etwa für katholische Arbeitnehmer Anspruch auf unbezahlte Freistellung und für katholische Schulkinder Anspruch auf Unterrichtsbefreiung. Katholische Träger, etwa die Caritas, regeln in ihren jeweiligen Bereichen ganztägige Arbeitsbefreiung für alle Beschäftigten.

Was wird an Fronleichnam gefeiert?

Am Fronleichnamsfest verehren die Katholiken die heilige Eucharistie, also die Umwandlung von Brot und Wein in der Messfeier in Leib und Blut Christi. Das Fest erinnert an das letzte Abendmahl, das letzte Gemeinschaftsmahl Jesu mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Tode (Gründonnerstag).

Der Name entstand vor etwa 750 Jahren. Er geht auf die Worte „vron“ (Herr) und „lichnam“ (lebendiger Leib) zurück und bedeutet „Leib des Herrn“.

Das Fronleichnamsfest geht auf eine Vision der Nonne Juliane von Lüttich im Jahr 1209 zurück. Sie sah den Mond als Symbol für das Kirchenjahr mit einem dunklen Fleck und deutete dies als Hinweis Christi, dass der Kirche ein Fest zur besonderen Verehrung des Altarsakraments fehle.

Papst Urban IV. machte Fronleichnam 1264 zum allgemeinen Kirchenfest. Papst Johannes XXII. ordnete 1317 den Donnerstag als Festtag an. In vielen Pfarrgemeinden wird seit dem 13. Jahrhundert bis heute bei Fronleichnamsprozessionen die geweihte Hostie als Leib Christi durch die Straßen getragen.

Wie wird Fronleichnam begangen?

Fronleichnam: Über dem Geistlichen ist ein sogenannter Sternenhimmel aufgespannt. (Quelle: Eibner/imago-images-bilder)

Nach dem Gottesdienst in der katholischen Kirche bricht die Gemeinde an dem Feiertag zu einer Prozession auf, die sich entweder auf einen kleinen Rundgang um die Kirche beschränkt oder durch die Straßen der Heimatstadt führt.

Der Zug wird von einem Geistlichen angeführt, der eine Monstranz trägt. In dem liturgischen Gefäß, das meist reich mit Gold und Edelsteinen geschmückt ist, befindet sich eine geweihte Hostie – das Kernstück des christlichen Abendmahls und nach katholischem Glauben dann der Leib Christi. Über dem Geistlichen ist ein sogenannter Sternenhimmel aufgespannt, ein prunkvoller Baldachin aus Stoff.

Hinter dem Geistlichen schreiten die Gläubigen mit Blumengestecken und Fahnen. Die Prozession wird von kirchlichen Gesängen begleitet und hält an bestimmten Stationen, die oftmals mit bunten Blumenteppichen geschmückt sind.

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