„Im Spitzensport noch immer schwer“
Emotionales Video: Profisportler outet sich
14.08.2026 – 15:28 UhrLesedauer: 2 Min.
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Obwohl es eigentlich längst normal sein sollte, ist das Coming-out noch immer schwierig für viele Menschen. Ein Sportler hat sich nun getraut.
Mutiger Schritt von Leo Dillier. Der Schweizer Beachvolleyball-Profi hat seine Homosexualität öffentlich gemacht. In einem am Freitagmorgen veröffentlichten Video bei Instagram spricht der 25-Jährige darüber, warum ihm dieser Schritt lange schwerfiel und er ihn gerade jetzt macht.
Dillier, der zu den besten Beachvolleyballern der Schweiz zählt und an den Olympischen Spielen 2028 teilnehmen will, sagt: „Es ist ein Thema, das mich mein ganzes Leben beschäftigt. Im Spitzensport ist es noch immer schwer, sich zu outen. Darum war es für mich auch schwierig.“
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Dabei habe auch das Bild eine Rolle gespielt, das von Athleten im Spitzensport vermittelt werde. Dillier sagt: „Es gibt in diesem Konstrukt Spitzensport weder links noch rechts – so muss ein Athlet sein, damit er performen kann. Das hat mir sehr zu schaffen gemacht, weil ich nicht ganz reinpasste, weil ich ein bisschen anders war.“
Auch die oftmals abwertende Einstellung gegenüber Homosexualität thematisiert der 25-Jährige. Schwulsein werde häufig mit Schwäche gleichgesetzt. Das habe ihn dazu gebracht, sich immer wieder zu verstecken. Damit will Dillier nun aufhören.
Dilliers Erklärung: „Ich fühle mich sicher, und ich sehe die Dynamik im Spitzensport und möchte etwas dagegen tun. Wenn ich an meine Zeit vor rund zehn Jahren zurückdenke – ich war 15 und habe extrem damit gekämpft –, hätte ich mir so gewünscht, ein Vorbild im Spitzensport zu haben, mit dem ich mich identifizieren kann. Das gab es damals nicht. Ich hoffe, dass ich heute andere Menschen inspirieren kann.“
„Du bist sowas von gut genug“
Zugleich spricht der Schweizer über die Situation von Homosexuellen in anderen Ländern. In etlichen Staaten, in denen Dillier bereits antrat, werde Homosexualität nicht nur gesellschaftlich tabuisiert, sondern auch strafrechtlich verfolgt – teilweise bis hin zur Todesstrafe. Damit müsse er sich fortan noch stärker beschäftigen.
Unter Dilliers Instagram-Post meldeten sich zahlreiche Kolleginnen und Kollegen zu Wort und gratulieren ihm zu seinem Schritt. Volleyball-Coach Lucian Hofstetter schreibt: „Du bist sowas von gut genug. Dass du in dem Zusammenhang heutzutage noch von ‚Mut‘ sprechen musst, ist das eigentliche Problem. Danke für einen kleinen Impuls Richtung Akzeptanz allerseits.“
