Baustopp seit 2023
Rettung für den Elbtower? Das muss für den Neustart passieren
30.09.2026 – 10:55 UhrLesedauer: 3 Min.
Hamburg bietet 595 Millionen Euro für Teile des Elbtowers. Doch auf dem Weg zum Weiterbau müssen die Beteiligten noch einige Hürden nehmen.
Eigentlich sollte der Elbtower in Hamburg längst fertig sein. Stattdessen ruht der Bau seit rund drei Jahren bei etwa 100 Metern Höhe. Investoren, die Stadt und der vorläufige Insolvenzverwalter ringen um eine Fortsetzung. Wann die Arbeiten weitergehen könnten, lässt sich nicht abschätzen.
Der Turm war ein Prestigeprojekt des Immobilieninvestors René Benko. Er sitzt seit Januar 2025 im Gefängnis, weil er Gläubiger geschädigt haben soll. Nach dem Entwurf des Londoner Architekten David Chipperfield sollte der Elbtower Deutschlands dritthöchstes Gebäude werden. Wann der Bau fortgesetzt wird, ist bislang unklar.
Fünf Partner wollen den Elbtower fertigstellen
Um den Bau abzuschließen, haben sich fünf Gesellschaften zusammengeschlossen. Das Bundeskartellamt hat der Gründung zugestimmt. Als Sprecher des Bieterkonsortiums tritt Dieter Becken auf. Der Unternehmer führt die Hamburger Becken-Gruppe, ein Immobilien- und Investmentunternehmen.

Nach früheren Angaben gehören außerdem der Versicherungskonzern Signal Iduna, das Bauunternehmen Adolf Lupp, eine Gesellschaft des im August verstorbenen Hamburger Mäzens Klaus-Michael Kühne sowie Rossmann-Gründer Dirk Roßmann zu den Beteiligten. Ob Kühnes Tod Folgen für den Weiterbau hat, kommentierte ein Unternehmenssprecher von Kühne+Nagel nicht.
Vor dem Weiterbau steht der Kauf
Die Interessenten können die Arbeiten nicht einfach aufnehmen: Ihnen gehört der Elbtower bislang nicht. Zunächst müssen sie ihn kaufen. Die Signa-Gesellschaft Elbtower Immobilien GmbH & Co. KG hatte im Januar 2024 beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz angemeldet.
Mit der Bietergruppe verhandelt unter anderem der Berliner Rechtsanwalt Torsten Martini als vorläufiger Insolvenzverwalter. Das eigentliche Insolvenzverfahren hat das Gericht bisher nicht eröffnet, wie die Pressestelle der Berliner Zivilgerichte mitteilte.
Hamburg bietet 595 Millionen Euro
Die Stadt will nahezu die Hälfte des Gebäudes erwerben und bietet dem Konsortium dafür 595 Millionen Euro. In die unteren Etagen soll ein geplantes Naturkundemuseum einziehen. Bei dem Angebot soll es sich um einen Festpreis handeln.
Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) zufolge soll das Geld aus Darlehen und dem Infrastruktursondervermögen kommen. Nach Angaben von Signal Iduna verhandeln die Beteiligten seit Anfang 2025. Im Oktober desselben Jahres machte die Stadt ihr Angebot öffentlich.
Die Gespräche laufen weiter. Das bestätigen sowohl die Becken-Gruppe als auch der Senat. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) äußerte zuletzt Zweifel daran, dass eine Einigung gelingt. Signal Iduna erklärte dagegen, die Beteiligten führten die Gespräche konstruktiv fort. „Wir sind optimistisch, dass die Verhandlungen bis zum Jahresende abgeschlossen werden können.“